Jährliche Fachzeitschrift „Gewissen und Freiheit“ der IVVR erschienen
Cover: © IVVR/AIDLR
Nachrichten
Religiöse Freiheit

19. Juni 2026 07:53APDBern, Switzerland

Jährliche Fachzeitschrift „Gewissen und Freiheit“ der IVVR erschienen

Mit dem Titelthema „Ein neues Zeitalter für Menschenrechte? Der Einfluss auf die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit“ ist kürzlich die Ausgabe 2025 der jährlichen Fachzeitschrift „Gewissen und Freiheit“ erschienen.

Herausgeber ist die Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (IVVR). In diesem Jahr begeht die IVVR den 80. Jahrestag ihres Bestehens. Deshalb befasst sich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Gewissen und Freiheit“ mit Fragen, die sich heute im Zusammenhang mit dem Schutz und der Förderung der Gewissens- und Religionsfreiheit stellen. Damit wollen die Herausgeber vor den unsichtbaren Gefahren warnen und Wege aufzeigen, wie das Schiff der Religions- oder Weltanschauungsfreiheit auf dem rechten Kurs gehalten werden kann und wie diese Klippen zu umgehen sind.

Religiöser Nationalismus, Europäische Union und KI

Dazu fand im März 2026 eine internationale IVVR-Tagung in Toledo/Spanien statt. Die dort gehaltenen Beiträge über die wichtigsten Probleme, denen sich die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit heute ausgesetzt sieht, sind in „Gewissen und Freiheit“ 2025 dokumentiert. Zur Thematik gibt es auch ein Interview mit Professorin Nazila Ghanae, eine Menschenrechtsexpertin, die seit August 2022 das Amt der Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen über Religions- oder Weltanschauungsfreiheit bekleidet.

In den vergangenen Jahren habe der religiöse Nationalismus einen starken Aufschwung erlebt. In ihrem Beitrag setzt sich Rosa Maria Martinez de Cordes von der Complutense Universität in Madrid mit dieser Form des Nationalismus auseinander. Anastasia Hartmann von Open Doors International befasst sich mit dem Thema „Die Europäische Union nach der Wahl von 2024 und die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit“. Einige Artikel widmen sich dem Thema der künstlichen Intelligenz. KI ist ein System mit einem enormen Potential, das bereits erfolgreich in vielen Bereichen des täglichen Lebens eingesetzt wird. Doch es benötige dringend klare Bestimmungen für den Einsatz eines solchen Instruments, das ohne Regelungen höchst verhängnisvoll und zerstörerisch wirken könne.

International Association for the Defense of Religious Liberty

Die International Association for the Defense of Religious Liberty (AIDLR) – deutscher Name: Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (IVVR) – wurde 1946 von dem Arzt Dr. Jean Nussbaum in Paris gegründet und hat heute ihren Sitz in Bern. Der junge Arzt war 1914, kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges, als Freiwilliger nach Serbien gegangen, um bei der Bekämpfung einer rasch um sich greifenden Typhusepidemie zu helfen. Während seines Aufenthalts in diesem Land erlebte er, dass Menschen, die Minderheitengruppen angehörten oder sich zu anderen religiösen Überzeugungen und Praktiken bekannten, ins Gefängnis geworfen und auf unterschiedliche Weise schikaniert wurden. Dass sie andere Anschauungen vertraten, wurde als eine Bedrohung empfunden und nicht als eine Bereicherung. Als dann der Zweite Weltkrieg zu Ende ging und die schrecklichen Berichte über massive Menschenrechtsverletzungen in all ihren Einzelheiten ans Licht kamen, beschloss Dr. Nussbaum mit Gleichgesinnten die AIDLR zu gründen.

Die AIDLR ist von den Vereinten Nationen, dem Europarat und der UNECO mit beratendem Status anerkannt. Präsidenten des Ehrenkomitees waren unter anderem Eleanor Roosevelt, Dr. Albert Schweitzer und Mary Robinson, frühere Hochkommissarin für Menschenrechte. Gegenwärtig ist Adama Dieng, Sonderberater am Internationalen Strafgerichtshof, Präsident des Ehrenkomitees.

Ziel der Vereinigung ist die Förderung und Wahrung der Grundsätze der Religionsfreiheit, die wissenschaftliche Erforschung der Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Förderung der allgemeinen Toleranz durch Wahrung der Rechte des Einzelnen seinen Glauben und seine Überzeugung öffentlich oder privat zu vertreten. Die AIDLR arbeitet interreligiös und überkonfessionell und wird von der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten für Mittel- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) unterstützt.

Weitere Informationen sind unter www.aidlr.org zu finden.

Deutsche Vereinigung für Religionsfreiheit e. V. (DVR)

Die DVR ist ein Zweig der IVVR. Die Registrierung der Vereinigung beim Deutschen Bundestag ist in der öffentlichen Liste des Bundesanzeigers bekannt. Gefördert wird die Arbeit der DVR durch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, einer evangelischen Freikirche. Sie ist Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) sowie in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Internet: https://dv-religionsfreiheit.org/

Das Institut für Religionsfreiheit ist eine Einrichtung der Deutschen Vereinigung für Religionsfreiheit e. V. an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg. Zielsetzung ist es, nationale und internationale Fragen der Religionsfreiheit sowie der Beziehung Kirche – Staat aus juristischer, theologischer und historischer Sicht wissenschaftlich zu behandeln. Informationen: www.thh-friedensau.de/hochschule/forschung/theologie-christliches-sozialwesen/religionsfreiheit/

Lass dir keine Neuigkeit entgehen

Newsletter-Anmeldung