Andacht 02.11.2026
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Bibel
Glauben

1. Nov. 2026 23:01Werner Jelinek

Andacht 02.11.2026

Gedanken zum Thema: Trost

Beim Ausarbeiten einer Predigt verrutschte mein Finger auf der Tastatur. Ich geriet zu weit nach links, tippte statt auf o auf i. Aus dem geplanten „Trost“ wurde so „Trist“. Dieser Fehlgriff lässt verstehen: Wenn es beim Trost danebengeht, wird es trist, trostlos, traurig: „Siehe, um Trost war mir sehr bange.“ Geht es uns manchmal auch so, wie es der Andachtstext im ersten Teil beschreibt? Umgeben auch mich manchmal „leidige Tröster“ (Hiob 16,2)? Bin ich selbst manchmal solch ein Exemplar?

Der Beter des Eingangstextes musste nicht in seiner Trostlosigkeit stecken bleiben. Er erlebte, wie Gott sich seiner Seele herzlich annahm. Wenn es im Leben so richtig danebengeht, hilft es, sich vertrauensvoll an Gottes Barmherzigkeit zu klammern.

Wenn man auf der Tastatur noch mehr nach links gerät und statt beim o beim u landet, überwindet man „trist“ und landet bei „trust“. „In God we trust“ – wir vertrauen auf Gott. So steht es auf dem Dollarschein. Doller wär es ungemein, würd’ Vertrauen nicht zum Schein, sondern echt im Herzen sein.

Gott wird im sogenannten Hohelied des Trostes „Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes“ genannt (2 Kor 1,3). Er, der Vater, kann uns wie eine Mutter trösten (vgl. Jes 66,13). Das hat er durch seinen Sohn bereits bewiesen. Jesus konnte wirksam trösten, weil er sich selbst trösten ließ. Noch in seiner letzten Stunde spendete er seiner Mutter Trost, ihr, die ihn umsorgt und getröstet hatte.

Bemerkenswert ist es, wenn sich die Gemeinde der Gläubigen als Gemeinschaft der gegenseitig Getrösteten erweist. Gottes Treue schafft Vertrauen, spendet Trost, reißt aus der Tristesse, der Traurigkeit.

Christoph Zehendner macht uns Mut, wenn uns Sorgen die Hoffnung rauben wollen:
„Wir sind nicht trostlos unterwegs;
uch wenn es manchmal fast so scheint.
Wenn unsre Kräfte nicht mehr reichen
und mancher zu versagen meint.
Wir sind nicht trostlos unterwegs.
Wir sind nicht mutterseelenallein.
Gott hat schon lang sich festgelegt,
er will an unsrer Seite sein.“

Zum Bibelvers: Jesaja 38,17

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