Andacht 04.01.2026
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Bibel
Glauben

3. Jan. 2026 23:01Jessica Kaufmann

Andacht 04.01.2026

Gedanken zum Thema: gutes behalten

Dieses Prinzip sollten mal Lehrer in der Schule anwenden – nicht nach Fehlern, sondern nach positiven Aspekten suchen. Unser Jahresmotto 2025 aus dem Brief an die Thessalonicher fordert uns heraus, denn Paulus listet einen ganzen Katalog auf an Ermahnungen und praktischen Hinweisen für das Leben der christlichen Gemeinschaft. Es geht um die Verantwortung und Fürsorge für den anderen. Am Ende der Hinweis: „Prüft aber alles.“

Ohne den Nachsatz „und das Gute behaltet“ könnte man es so verstehen, dass wir als Christen den ganzen Tag mit missmutigem und kritischem Blick durch die Welt gehen sollen, um Fehler, Falsches und Sünden aufzudecken. Das Gute behalten bedeutet aber: Sucht nach dem Guten, legt den Fokus nicht in erster Linie auf das Negative, sondern probiert, aus dem, was euch begegnet, etwas Positives zu ziehen. Das kann in der persönlichen Begegnung gefragt sein, in Bezug auf bestimmte Aufgaben oder auch im Gemeindeleben. Paulus sagt: Blicke auf das Positive und behalte es in deinem Herzen. Schaue nicht nur nach dem, was du verurteilenswert findest.

Vielleicht bedarf der Umgang mit jungen Menschen, die einen ganz anderen Musikgeschmack haben, einen zweiten Blick? Oder wenn ich die Welt betrachte, die sich immer schneller dreht, wenn ich auch in der Gemeinde Strömungen und Entwicklungen erkenne, die Angst machen? Paulus empfiehlt uns: Bleibt kritisch, aber wohlwollend kritisch. Pickt euch nicht nur die schlechten Dinge heraus, über die man sich so schön aufregen oder über die man herziehen kann, sondern das Gute.

Im Text heißt es weiter: „Meidet das Böse in jeder Gestalt“ (V. 22). Dieser Satz hilft uns, nicht naiv zu werden. Denn den Blick nur auf das Gute zu richten kann leicht einen verklärten Blick auf die Welt nach sich ziehen. Doch um das Böse zu meiden, müssen wir wissen, was das Böse ist. Wir bewerten und gehen mit offenen Augen durch die Welt.

Es ist sicherlich eine Herausforderung, beides auszutarieren: den Blick auf das Gute richten und es aktiv suchen und andererseits die Augen nicht vor dem ­Bösen verschließen. Dabei möge uns der Heilige Geist eine gute Urteilsfähigkeit schenken und den Blick auf das Gute richten.

Zum Bibelvers: 1. Thessalonicher 5,21

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