Andacht 05.01.2026
Bildnachweis: Hendrik, Pixabay
Bibel
Glauben

4. Jan. 2026 23:01Dagmar Heck

Andacht 05.01.2026

Gedanken zum Thema: Lebenszeit

In der Zeit des Deutschen Reiches gab es in Deutschland über dreißig Zeitzonen. Fast jeder Ort hatte seine eigene Zeit, die sich nach dem jeweiligen Sonnenstand richtete und auf der Kirchturmuhr angezeigt wurde. Das Gebiet des Deutschen Reiches erstreckte sich damals auf über 17 Längengrade und ergab von der West- bis zur Ostgrenze eine zeitliche Differenz von 67 Minuten. Manchmal richtete sich die Uhrzeit auch nach den jeweiligen Residenzen eines Herrschaftsgebiets. So musste man die Uhr damals zum Beispiel fünfmal umstellen, wenn man den Bodensee umrunden wollte. Am badischen Ufer galt die Karlsruher Zeit, in Friedrichshafen die Stuttgarter Zeit und in Lindau die Münchener Zeit. In Bregenz richteten sich die Uhren nach der Prager Zeit und in der Schweiz nach der Berner Zeit. Erst durch den Ausbau des Schienennetzes der Eisenbahn wurde eine einheitliche Zeitmessung dringend erforderlich, sodass 1893 die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) eingeführt und gesetzlich festgelegt wurde.

Auch wenn wir die Zeit vielleicht unterschiedlich messen oder benennen, ist sie für alle Menschen gleich lang. Wir haben die Chance, diese Zeit zu gestalten und zu erleben, auch wenn wir sie subjektiv ganz unterschiedlich wahrnehmen. Manchmal haben wir das Gefühl, sie würde stehen bleiben, und manchmal fliegt sie in schnellem Tempo vorbei.

Lasst uns die Zeit als ein Geschenk ansehen, das uns Gott immer wieder neu gibt, solange wir leben. Es ist ein kostbares Gut, das wir oft erst zu schätzen wissen, wenn wir nicht mehr so darüber verfügen können, wie wir es möchten. Und wir erleben, wie schnell die Lebenszeit zu Ende sein kann.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir in Gottes Hand geborgen sind. Er bietet uns seine Fürsorge und Erlösung an. In Verantwortung vor Gott, unseren Mitmenschen und uns selbst dürfen wir diese geschenkte Zeit gestalten. Einen Maßstab nennt uns Jesus in ­Lukas 10,27: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand! […] Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst“ (NGÜ). Wenn wir uns danach richten, werden wir auch heute bei Gott geborgen sein und seinen Segen erfahren.

Zum Bibelvers: Psalm 31,16

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)