Andacht 08.03.2026
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Bibel
Glauben

7. März 2026 23:01Marcus Jelinek

Andacht 08.03.2026

Gedanken zum Thema: Geduld

Wenn im Tatort von Tätern gesprochen wird, dann ist das Wort definitiv negativ besetzt. In unserem Fall ist aber genau das Gegenteil richtig: Wir alle sollen Täter sein! Wir werden eingeladen, uns nicht selbst zu betrügen (wäre das eigentlich eine Straftat?), sondern vom Hören ins Tun zu kommen.

Das Hören ist natürlich wichtig. Denn damit fängt alles an. Wir sollen uns ins Wort vertiefen, wir müssen es genau betrachten, wir dürfen es immer wieder neu hören. Aber dann soll es auch eine Wirkung entfalten. Und diese Wirkung ist nicht theoretisch, sondern ganz praktisch. Die Auswirkungen, die Früchte, die Praxis sind Jakobus wichtig, deshalb zieht sich dieses Thema durch den gesamten Jakobusbrief. Darin ist Jesus sein Vorbild, denn der sagt am Ende seiner Bergpredigt: „Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute“ (Mt 7,24 EÜ).

Um welche Worte geht es hier eigentlich? Und welche Wirkung soll entfaltet werden? Worin sollen wir „Täter“ werden? Jakobus nennt zum einen immer wieder die Geduld (Jak 1,2–4; Jak 5,7–8). Wir sollen nicht nur von der Geduld hören, sondern selbst geduldiger werden. Wenn wir durch schwere Zeiten herausgefordert werden oder auf den Herrn hoffen und warten – Geduld ist gefragt. Zum anderen schreibt Jakobus über Barmherzigkeit (Jak 2,15–17). Wenn jemand Hilfe benötigt, dann sollen wir ihn ganz konkret unterstützen. Und wir sollen denen, die einen schweren Verlust erlitten haben, in ihrem Schmerz beistehen (Jak 1,27).

Geduldig sein trotz schwieriger Umstände, nicht hektisch oder gar panisch werden – dazu lädt uns ­Jakobus ein. Dazu sollen wir barmherzig mit unseren Mitmenschen umgehen und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Beides hängt miteinander zusammen, und so könnten wir auch sagen: Geduldig mit dem anderen sein und barmherzig mit uns selbst, das ist immer wieder gefragt.

Jakobus ruft uns dazu auf, aus unserem „Mund-Werk“ ein „Hand-Werk“ zu machen. Taten sprechen lauter als Worte. Oder wie man momentan so schön sagt: „Machen ist wie Wollen, nur krasser!“ Ich wünsche uns allen viel Segen dabei.

Zum Bibelvers: Jakobus 1,22

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