
17. Sep. 2026 22:01Ralf Schönfeld
Andacht 18.09.2026
Gedanken zum Thema: überwinden
Lamech war offenbar ein ziemlich böser Finger. Er brüstete sich vor seinen – natürlich zwei (!) – Frauen, denn schließlich muss das Männchen zeigen, wer der Platzhirsch ist. Hormone mögen die Rotwildbrunft sinnvoll steuern. Für zwischenmenschliche Beziehungen sind sie weit weniger geeignet. Lamech war leider zuzutrauen, nicht nur so zu reden, sondern auf genau diese Weise Genugtuung zu suchen. Gewalt hatte sozusagen Familientradition bei den Kains.
Wenn wir dann heute davon sprechen, es jemandem doppelt und dreifach heimzuzahlen, dann scheint sich dieses Erbe tatsächlich über die Jahrtausende gehalten zu haben. Lass dir nichts gefallen und setz am besten noch einen drauf! Christian Sievers fragte den ehemaligen Ministerpräsidenten Israels, wie die Gewaltspirale im Nahen Osten endlich durchbrochen werden solle. Er bekam keine Antwort. Heißt es nicht: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (Mt 5,38)? Das kommt doch aus der Bibel! „Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar“ (V. 39). Das kommt auch aus der Bibel. Jesus fügt sogar noch hinzu, das Böse nicht mal zu bekämpfen. Wie bitte? Wie ist das umsetzbar?
Gottes Wort fordert uns sehr wohl auf, das Böse zu „überwinden“ (vgl. Röm 12,21). Doch „kämpfen“ für den Frieden wäre wie ein Schlachtfest für mehr Tierwohl. Nur wenn etwas überwunden wird, ist es damit vorbei. Lamech-Reflexe gehören eingefangen. Klischees durchbrochen. Jesus fügt gleich einige Beispiele hinzu, die man damals sehr gut verstand. Ein arroganter Römer verdonnert dich zu einer Meile Strafschleppen. Geh mit ihm eine zweite! Ich stelle mir vor, wie die römisch-kantige Kinnlade abklappt, wenn Simon oder Josef eine Meile drauflegen – einfach so.
In die Gegenwart übersetzt: Wenn dir jemand dein Restaurant ansteckt, weil du zu ausländerfreundlich bist, gib nicht klein bei. Der weißbärtige No-Name-Israeli macht es seinem Ex-Ministerpräsidenten vor: Er arbeitet in seiner Küche weiterhin mit den vorgeblichen Feinden zusammen.
Mein Entschluss und Gebet für mich und meine Welt stehen fest: „So will ich auch!“
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: überwinden
Lamech war offenbar ein ziemlich böser Finger. Er brüstete sich vor seinen – natürlich zwei (!) – Frauen, denn schließlich muss das Männchen zeigen, wer der Platzhirsch ist. Hormone mögen die Rotwildbrunft sinnvoll steuern. Für zwischenmenschliche Beziehungen sind sie weit weniger geeignet. Lamech war leider zuzutrauen, nicht nur so zu reden, sondern auf genau diese Weise Genugtuung zu suchen. Gewalt hatte sozusagen Familientradition bei den Kains.
Wenn wir dann heute davon sprechen, es jemandem doppelt und dreifach heimzuzahlen, dann scheint sich dieses Erbe tatsächlich über die Jahrtausende gehalten zu haben. Lass dir nichts gefallen und setz am besten noch einen drauf! Christian Sievers fragte den ehemaligen Ministerpräsidenten Israels, wie die Gewaltspirale im Nahen Osten endlich durchbrochen werden solle. Er bekam keine Antwort. Heißt es nicht: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (Mt 5,38)? Das kommt doch aus der Bibel! „Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar“ (V. 39). Das kommt auch aus der Bibel. Jesus fügt sogar noch hinzu, das Böse nicht mal zu bekämpfen. Wie bitte? Wie ist das umsetzbar?
Gottes Wort fordert uns sehr wohl auf, das Böse zu „überwinden“ (vgl. Röm 12,21). Doch „kämpfen“ für den Frieden wäre wie ein Schlachtfest für mehr Tierwohl. Nur wenn etwas überwunden wird, ist es damit vorbei. Lamech-Reflexe gehören eingefangen. Klischees durchbrochen. Jesus fügt gleich einige Beispiele hinzu, die man damals sehr gut verstand. Ein arroganter Römer verdonnert dich zu einer Meile Strafschleppen. Geh mit ihm eine zweite! Ich stelle mir vor, wie die römisch-kantige Kinnlade abklappt, wenn Simon oder Josef eine Meile drauflegen – einfach so.
In die Gegenwart übersetzt: Wenn dir jemand dein Restaurant ansteckt, weil du zu ausländerfreundlich bist, gib nicht klein bei. Der weißbärtige No-Name-Israeli macht es seinem Ex-Ministerpräsidenten vor: Er arbeitet in seiner Küche weiterhin mit den vorgeblichen Feinden zusammen.
Mein Entschluss und Gebet für mich und meine Welt stehen fest: „So will ich auch!“
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