150 Jahre Adventisten in Deutschland: Advent Verlag älteste Institution der Freikirche
© Abbildung: Advent-Verlag GmbH, Lüneburg
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Adventistische Geschichte

20. Feb. 2026 08:41APDLüneburg, Kreis Lüneburg, Lower Saxony, Germany

150 Jahre Adventisten in Deutschland: Advent Verlag älteste Institution der Freikirche

Der Advent-Verlag wurde 1895 von Ludwig Richard Conradi in Hamburg gegründet mit dem Ziel, adventistische Literatur zu entwickeln und zu verbreiten. Er ist damit die älteste Institution der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Der Advent-Verlag blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die untrennbar mit dem Namen Ludwig Richard Conradi verbunden ist. Als visionärer Kirchenpionier legte er den Grundstein für die Verlagsarbeit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert.

Conradi, der 1880 seine Pastorenausbildung in Battle Creek, USA, abschloss, erkannte früh die Schlüsselrolle des gedruckten Wortes für die Verbreitung christlicher Botschaften und Werte. 1886 nach Europa entsandt, wählte er Hamburg als strategischen Standort: Als Tor zur Welt schien die Hansestadt ein geeigneter Standort zu sein. Auf der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenzversammlung) in Minneapolis 1888 sicherte er sich die Mittel für seine geplanten Aktivitäten – inklusive eines Verlags.

1889 gründete Conradi zunächst eine Hamburger Niederlassung der Basler Imprimerie Polyglotte (des bestehenden adventistischen Verlags in der Schweiz), erwarb wenig später ein eigenes Grundstück am Grindelberg und verlagerte schließlich die gesamte deutschsprachige Produktion nach Hamburg. Als offizielles Gründungsdatum des Verlags gilt der 27. August 1895. Der damalige Name „Internationale Traktatgesellschaft" spiegelte das Selbstverständnis wider: Schon bald entstanden Niederlassungen in Budapest, Riga, Brünn und Konstantinopel, Publikationen erschienen in zahlreichen Sprachen.

Neben der Gemeindeliteratur wurden auch gezielt Publikationen für Menschen entwickelt, die wenig mit dem christlichen Glauben zu tun hatten. Der Vertrieb erfolgte durch so genannte Buchevangelisten – Wanderbuchhändler, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf bestritten und so zu enormen Auflagenzahlen beitrugen: Beispielsweise erreichte Conradis Buch Christi glorreiche Erscheinung 1913 eine Auflage von 650.000 Exemplaren.

Die beiden prägenden Autoren der ersten vier Jahrzehnte waren Ellen G. White, deren Schriften das geistliche Leben und Empfinden ansprachen, und Conradi selbst, der die Auslegung bestimmter Themen in der Bibel rational vermittelte. Diese Mischung aus anwendungsbezogener Literatur für das christliche Leben und bibelauslegender Literatur erwies sich als verlegerisches Erfolgsrezept.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erweiterte der Verlag sein Programm um Gesundheits- und Kinderliteratur und verlegte 1994 seinen Sitz von Hamburg nach Lüneburg.

In den 1990er-Jahren entwickelte sich die zwischenzeitliche gegründete Tochtergesellschaft Saatkorn-Verlag zur Schirmherrin einer Verlagsgruppe. Bis 2008 waren die meisten Verlage der Gruppe jedoch wieder verkauft worden. Bis Ende 2017 wurde der Advent-Verlag als Abteilung der Saatkorn Verlag GmbH geführt, die jedoch kaum noch eigene Publikationen herausgab. Mit der Umfirmierung in die Advent-Verlag GmbH wurde die Verlagsgruppe „deutlich verschlankt“, wie es in der entsprechenden Pressemitteilung hieß. Der Advent Verlag führt seither alle Geschäfte des bisherigen Saatkorn-Verlags weiter.

Der Advent-Verlag heute

Im Advent-Verlag erscheinen wichtige adventistische Publikationen, darunter die offizielle Gemeindezeitschrift Adventisten heute, das Hope Magazin und die Studienhefte zur Bibel, die in adventistischen Gottesdiensten für Bibelgespräche genutzt werden. Darüber hinaus erscheinen dort Bücher zu Themen rund um Theologie, Seelsorge und Glaubenserfahrungen, sowie Andachtsbücher und Bücher, die zum Glauben einladen. Alle diese Publikationen wollen den Glauben fördern, vertiefen und begleiten.

Der Verlag unterhält einen Leserkreis, dessen Mitglieder jährlich zu einem Festpreis mit thematisch vielfältigen Neuerscheinungen versorgt werden. Er kooperiert mit adventistischen Verlagen aus anderen Ländern, beispielsweise mit dem Advent Verlag Schweiz und ABC Medien in Österreich (bekannt unter Top-Life Wegweiser-Verlag). Im Slogan des Verlags „Worte, die bleiben“ komme die über 130 Jahre alte DNA des Verlags zum Ausdruck, so Verlagsleiterin Jessica Kaufmann. „Denn obwohl sich das Aufgabenspektrum in den vergangenen Jahren gewandelt hat, ist die Kernkompetenz des Verlags seit jeher, die Herausgabe von Büchern, Zeitschriften und Studienmaterialien, die damals wie heute dazu anregen möchten, über Gott nachzudenken“, fährt Jessica Kaufmann fort. Weitere Informationen und das aktuelle Verlagsangebot gibt es unter www.advent-verlag.de.

150 Jahre Adventisten in Deutschland

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland feiert 2026 ihr 150-jähriges Bestehen. Mit dem Slogan „Mut für morgen“ will sie verdeutlichen, dass sie ihren Blick hoffnungsvoll nach vorn richtet. Das Jubiläum als „Mut für morgen-Kirche“ soll an drei Leitmotiven ausgerichtet werden: Bibel, Engagement und Innovation (siehe auch APD-Meldung vom 13. Januar 2026). Gegenwärtig hat die Freikirche in Deutschland über 34.000 mündig getaufte Mitglieder, die sich in 560 Adventgemeinden versammeln. Weitere Informationen über die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland finden sich unter www.adventisten.de. Informationen über das 150-jährige Freikirchenjubiläum gibt es unter www.adventisten.de/mut.

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