
5. Juni 2026 09:02APDDarmstadt, Hesse, Germany
350. Todestag des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt
Paul Gerhardt war ein evangelisch-lutherischer Theologe und wohl der bekannteste deutsche Kirchenlieddichter. Er starb vor 350 Jahren, am 6. Juni 1676 in Lübben (Spreewald).
Paul Gerhardt wurde am 22. März 1607 in Gräfenhainichen bei Wittenberg geboren.1 Nach dem Studium der Theologie in Wittenberg war er zunächst Hauslehrer in Berlin. 1651 wurde er Propst in Mittenwalde (Mark Brandenburg) und 1657 Pfarrer an der St. Nikolai-Kirche in Berlin. 1667 wurde er seines Amtes enthoben, weil er als überzeugter Lutheraner dem sogenannten Toleranzedikt des reformierten „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm nicht zustimmen konnte, das ihn dazu verpflichten sollte, Lehrunterschiede zwischen Lutheranern und Reformierten öffentlich nicht mehr kritisch zu thematisieren. Im Jahr 1669 wurde er Archidiakonus (zweiter ordinierter Theologe neben dem Hauptpfarrer) in Lübben (Spreewald). Paul Gerhardts rund 130 Liedtexte zeichnen sich durch sprachliche Schönheit und Natürlichkeit aus. Johann Crüger, Johann Georg Ebeling und Johann Sebastian Bach vertonten seine Gedichte.
Bis heute bekannte und gern gesungene Lieder
Paul Gerhardt lebte in einer Zeit extremer Erschütterungen: Der Dreißigjährige Krieg prägte seine Kindheit und Jugend, vier seiner Kinder und seine Ehefrau starben früh. Und dennoch schrieb er Liedtexte voller Trost und Gottvertrauen – Texte, die bis heute in Gesangbüchern stehen und Menschen in Krisenzeiten begleiten. Zu den bekanntesten Liedtexten zählen „Befiel du deiner Wege“, „Du meine Seele singe“, „Ich steh an deiner Krippen hier“, „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ oder „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Im evangelischen Kirchengesangbuch von 1993 finden sich 26 Lieder mit Texten von Paul Gerhardt, im evangelisch-reformierten Gesangbuch (Schweiz) sind es 25. In den überregionalen Stammteil des katholischen Gesangbuchs Gotteslob wurden sieben Lieder mit Texten von ihm aufgenommen, im adventistischen Gesangbuch glauben-hoffen-singen sind es 18.
Paul-Gerhardt-Preis 2026 geht nach Lüneburg
Im Vorfeld des 350. Todestages Paul Gerhardts wurde der Paul-Gerhardt-Preis 2026 als bundesweiter Wettbewerb ins Leben gerufen. Vergeben wird die Auszeichnung gemeinsam von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Paul-Gerhardt-Gesellschaft sowie den evangelischen Magazinen chrismon und zeitzeichen. Das zentrale Ziel des Wettbewerbs war die Suche nach neuen Melodien für Gerhardts zeitlose Texte. Es wurden ca. 500 Vorschläge für neue Melodien eingereicht. Den ersten Preis erhielt der Lüneburger Kirchenmusiker Daniel Stickan für seine Neuvertonung des Liedes „Du meine Seele singe“, wie aus einer Pressemitteilung der VELKD hervorgeht. „Dem Komponisten ist hier eine einfache und dabei sehr interessante Melodie gelungen, die mit passendem Wort-Ton-Verhältnis gut singbar ist, verbunden mit einer spannenden, an Jazz angelehnten Harmonisierung und Rhythmik“, begründete der Vorsitzende der Jury, Konrad Klek, die Entscheidung. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro dotiert. Die Melodie wurde erstmals am Sonntag, 10. Mai, im ZDF-Fernsehgottesdienst gesungen. Die feierliche Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Margot Käßmann, der ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD, fand am 27. Mai 2026 in Berlin statt.
Geburts- und Sterbedatum sind hier nach dem heute gültigen gregorianischen Kalender angegeben, nach dem zu seinen Lebzeiten verwendeten julianischen Kalender wurde er am 12. März 1607 geboren und starb am 27. Mai 1676.
Paul Gerhardt wurde am 22. März 1607 in Gräfenhainichen bei Wittenberg geboren.1 Nach dem Studium der Theologie in Wittenberg war er zunächst Hauslehrer in Berlin. 1651 wurde er Propst in Mittenwalde (Mark Brandenburg) und 1657 Pfarrer an der St. Nikolai-Kirche in Berlin. 1667 wurde er seines Amtes enthoben, weil er als überzeugter Lutheraner dem sogenannten Toleranzedikt des reformierten „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm nicht zustimmen konnte, das ihn dazu verpflichten sollte, Lehrunterschiede zwischen Lutheranern und Reformierten öffentlich nicht mehr kritisch zu thematisieren. Im Jahr 1669 wurde er Archidiakonus (zweiter ordinierter Theologe neben dem Hauptpfarrer) in Lübben (Spreewald). Paul Gerhardts rund 130 Liedtexte zeichnen sich durch sprachliche Schönheit und Natürlichkeit aus. Johann Crüger, Johann Georg Ebeling und Johann Sebastian Bach vertonten seine Gedichte.
Bis heute bekannte und gern gesungene Lieder
Paul Gerhardt lebte in einer Zeit extremer Erschütterungen: Der Dreißigjährige Krieg prägte seine Kindheit und Jugend, vier seiner Kinder und seine Ehefrau starben früh. Und dennoch schrieb er Liedtexte voller Trost und Gottvertrauen – Texte, die bis heute in Gesangbüchern stehen und Menschen in Krisenzeiten begleiten. Zu den bekanntesten Liedtexten zählen „Befiel du deiner Wege“, „Du meine Seele singe“, „Ich steh an deiner Krippen hier“, „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ oder „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Im evangelischen Kirchengesangbuch von 1993 finden sich 26 Lieder mit Texten von Paul Gerhardt, im evangelisch-reformierten Gesangbuch (Schweiz) sind es 25. In den überregionalen Stammteil des katholischen Gesangbuchs Gotteslob wurden sieben Lieder mit Texten von ihm aufgenommen, im adventistischen Gesangbuch glauben-hoffen-singen sind es 18.
Paul-Gerhardt-Preis 2026 geht nach Lüneburg
Im Vorfeld des 350. Todestages Paul Gerhardts wurde der Paul-Gerhardt-Preis 2026 als bundesweiter Wettbewerb ins Leben gerufen. Vergeben wird die Auszeichnung gemeinsam von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Paul-Gerhardt-Gesellschaft sowie den evangelischen Magazinen chrismon und zeitzeichen. Das zentrale Ziel des Wettbewerbs war die Suche nach neuen Melodien für Gerhardts zeitlose Texte. Es wurden ca. 500 Vorschläge für neue Melodien eingereicht. Den ersten Preis erhielt der Lüneburger Kirchenmusiker Daniel Stickan für seine Neuvertonung des Liedes „Du meine Seele singe“, wie aus einer Pressemitteilung der VELKD hervorgeht. „Dem Komponisten ist hier eine einfache und dabei sehr interessante Melodie gelungen, die mit passendem Wort-Ton-Verhältnis gut singbar ist, verbunden mit einer spannenden, an Jazz angelehnten Harmonisierung und Rhythmik“, begründete der Vorsitzende der Jury, Konrad Klek, die Entscheidung. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro dotiert. Die Melodie wurde erstmals am Sonntag, 10. Mai, im ZDF-Fernsehgottesdienst gesungen. Die feierliche Preisverleihung unter der Schirmherrschaft von Margot Käßmann, der ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD, fand am 27. Mai 2026 in Berlin statt.
Geburts- und Sterbedatum sind hier nach dem heute gültigen gregorianischen Kalender angegeben, nach dem zu seinen Lebzeiten verwendeten julianischen Kalender wurde er am 12. März 1607 geboren und starb am 27. Mai 1676.



