Adventistische Pastorin in China seit fünf Jahren in Haft
Spendensammlungen für kirchliche Zwecke werden in China zuweilen als wirtschaftliche Straftaten dargestellt und mit Gefängnis bestraft (Symbolfoto).
Bild: © Pawel Czerwinski/Unsplash.com
Nachrichten
Religiöse Freiheit

3. Juni 2026 11:22APDFrankfurt, Hesse, Germany

Adventistische Pastorin in China seit fünf Jahren in Haft

Eine seit fünf Jahren in China inhaftierte adventistische Pastorin ist von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA zur „Gefangenen des Monats“ Juni 2026 benannt worden.

Zhang Wenying, eine adventistische Pastorin aus der Provinz Guizhou, wurde am 14. August 2021 wegen angeblichen Betrugs zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Drei weitere Gemeindeleiter wurde ebenfalls zu drei, fünf und sechs Jahren Haft verurteilt.

Der Vorwurf des Betrugs wird in China laut der IGFM als häufig als Anschuldigung gegen christliche Gemeindeleiter verwendet. Die herrschende kommunistische Partei versucht dadurch religiöse Aktivitäten zu kontrollieren. Spendensammlungen, beispielsweise für Kirchenräume, werden als wirtschaftliche Straftaten dargestellt.

Gemeindemitglieder haben vergeblich vor Gericht ausgesagt, dass sie aus freien Stücken für die Verwaltung ihrer Kirche gespendet hätten. Pastorin Zhang soll auch selbst hohe Beträge beigesteuert haben. Das Kirchenvermögen wurde vom kommunistischen Staat beschlagnahmt.

Strenge Kontrolle von Religionsgemeinschaften

Insgesamt stehen Religionsgemeinschaften unter strenger Kontrolle durch die Kommunistische Partei, berichtet IDEA. Die umfassenden Vorschriften reichen bis in die theologische Lehre hinein. Das verstößt gegen das Recht auf Religionsfreiheit, wie es in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert wurde. IGFM und IDEA bitten um Appelle an den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, sich für die umgehende Freilassung von Zhang Wenying einzusetzen. In der rund 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik leben nach Schätzungen bis zu 130 Millionen Christen.

Präsenz der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in China

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist seit Ende des 19. Jahrhunderts in China tätig. Organisatorische Strukturen wurden 1930 mit der Gründung der „China Division“ geschaffen. Damals zählte die Freikirche 156 Kirchengemeinden mit 9.456 erwachsen getauften Mitgliedern. Gleichzeitig begann die Bildungsarbeit mit 103 eigenen Schulen in denen 3.325 Schülern und Studenten auf den Sekundarschul- und College-Ebenen unterrichtet wurden.

Für die Zeitspanne von 1950 bis 1986 existieren infolge der damaligen politischen Lage keine offiziellen Mitgliederverzeichnisse bzw. Gemeindelisten.

Heute umfasst die „Chinese Union“ der Siebenten-Tags-Adventisten, mit Verwaltungssitz in Hongkong, geografisch die Volksrepublik China sowie die beiden Sonderverwaltungszonen (SARS’s) Hongkong und Macau. Der neuesten Statistik von 2025 zufolge gehören zur Chinese Union 488.621 mündig getaufte, adventistische Kirchenmitglieder, die sich in 1.169 Kirchengemeinden versammeln. Die Mitglieder der zahlreichen Hausgemeinden in China sind nicht statistisch erfasst. In Hongkong unterhält die adventistische Kirche zwei Krankenhäuser, eine weiterführende Schule, eine Hochschule sowie ein Theologisches Seminar für die Pastorenausbildung.

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