
30. Sep. 2026 22:01Thomas Domanyi
Andacht 01.10.2026
Welch eine Tragödie! Du meinst, alles richtig gemacht zu haben, und stehst plötzlich vor einem Scherbenhaufen. Verständlicherweise fragst du dich: Welchen Sinn hat es, ehrlich zu sein, anständig zu leben, an Gott zu glauben und auf die Angebote der Welt zu verzichten?
Worin unterscheidet sich das Leben der Brüder? Vom Jüngeren heißt es: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“ (V. 18). Vom Älteren lesen wir: „Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen“ (V. 28). Der Jüngere gesteht: „Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“ (V. 18–19). Der Ältere dagegen: „So viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten“ (V. 29). Der Jüngere bekommt für die verlorenen Jahre vom Vater ein gemästetes Kalb und ein Freudenfest. Dem Älteren versichert der Vater: „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein“ (V. 31).
Die Frage ist: Welche innere Haltung prägt meine Gottesbeziehung? Verstehe ich Gott als meinen Vater, dessen Kind ich bin, oder ist Gott für mich ein strenger Gutsherr, vor dem ich meine Rechte einfordern muss? Vor wem stehe ich, wenn ich zu Gott komme? Ist er mein Vater oder irgendein abstraktes Wesen, das sich vor mir versteckt hält? Nicht weniger als zwölf Mal spricht Jesus in dieser Erzählung vom Vater. Und jeder der beiden Brüder wird mit „mein Sohn“ angesprochen. Bist du ein Sohn, eine Tochter Gottes? Begreifst du dich als sein Kind, unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder ob dich die Lebensumstände völlig aus der Bahn werfen?
Rabbi Schlomo fragte seine Schüler: „Was ist die schwerste Sünde des bösen Triebes?“ Da ihm keiner antwortete, sagte er: „Wenn der Mensch vergisst, dass er ein Königskind ist.“ Wenn Gott dein Vater ist, dann bist du sein Kind, auch wenn du den Karren gegen die Wand gefahren hast. Um uns das zu sagen, ist Jesus in die Welt gekommen. Wer das erfasst hat, hat das ganze Evangelium verstanden.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Welch eine Tragödie! Du meinst, alles richtig gemacht zu haben, und stehst plötzlich vor einem Scherbenhaufen. Verständlicherweise fragst du dich: Welchen Sinn hat es, ehrlich zu sein, anständig zu leben, an Gott zu glauben und auf die Angebote der Welt zu verzichten?
Worin unterscheidet sich das Leben der Brüder? Vom Jüngeren heißt es: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“ (V. 18). Vom Älteren lesen wir: „Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen“ (V. 28). Der Jüngere gesteht: „Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“ (V. 18–19). Der Ältere dagegen: „So viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten“ (V. 29). Der Jüngere bekommt für die verlorenen Jahre vom Vater ein gemästetes Kalb und ein Freudenfest. Dem Älteren versichert der Vater: „Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein“ (V. 31).
Die Frage ist: Welche innere Haltung prägt meine Gottesbeziehung? Verstehe ich Gott als meinen Vater, dessen Kind ich bin, oder ist Gott für mich ein strenger Gutsherr, vor dem ich meine Rechte einfordern muss? Vor wem stehe ich, wenn ich zu Gott komme? Ist er mein Vater oder irgendein abstraktes Wesen, das sich vor mir versteckt hält? Nicht weniger als zwölf Mal spricht Jesus in dieser Erzählung vom Vater. Und jeder der beiden Brüder wird mit „mein Sohn“ angesprochen. Bist du ein Sohn, eine Tochter Gottes? Begreifst du dich als sein Kind, unabhängig davon, ob die Sonne scheint oder ob dich die Lebensumstände völlig aus der Bahn werfen?
Rabbi Schlomo fragte seine Schüler: „Was ist die schwerste Sünde des bösen Triebes?“ Da ihm keiner antwortete, sagte er: „Wenn der Mensch vergisst, dass er ein Königskind ist.“ Wenn Gott dein Vater ist, dann bist du sein Kind, auch wenn du den Karren gegen die Wand gefahren hast. Um uns das zu sagen, ist Jesus in die Welt gekommen. Wer das erfasst hat, hat das ganze Evangelium verstanden.
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