Andacht 02.10.2026
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Bibel
Glauben

1. Okt. 2026 22:01Albrecht Höschele

Andacht 02.10.2026

Aus meinen jungen Jahren ist mir ein Tischgebet gut in Erinnerung geblieben: „Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“ Eine gute Gepflogenheit. Doch nicht immer sind uns Gäste willkommen. Ein einziges Mal habe ich im Laufe meiner unerfahrenen Jugendzeit jemanden ausgeladen, weil er so vorlaut über mich bestimmen wollte, dass mir der Atem wegblieb. Trotzdem tut mir das heute noch leid. Später konnte ich mit unterschiedlichen Menschen im Gespräch anders umgehen.

Laut unseres Bibeltextes von Zachäus, jenem kleinen „Betrüger“ auf dem Baum, hat sich bei ihm ein anderer eingeladen – und zwar nicht irgendwer: Es war Jesus! Da war der Gastgeber noch begieriger zu hören, was er ihm persönlich zu sagen hatte.

Würden so manche von uns, die vielleicht meinen, frömmer als jener Zöllner zu sein, den Gottessohn so spontan bei sich aufnehmen? Oder gäbe es manchmal Ausreden, Hemmungen, Hindernisse? Auch bei Christen findet Jesus mal mehr, mal weniger Platz.

Und wenn er dann da ist, darf er wirklich in jeden Raum unseres Lebens hinein? Im Bild gesprochen: Das Wohnzimmer ist vermutlich hübsch aufgeräumt – doch wie schaut es im Keller aus? Ist da nicht mancher Sperrmüll, manche Altlast, sprich: unvergebene Schuld, Streitereien, Besserwisserei oder Sünde? Und auf dem Dachboden: meine geheimen Gedanken, Bitterkeit, Neid, Unzufriedenheit?

Jesus möchte Gast in unserem Herzen sein und, falls nötig, aufräumen helfen. Und da will ich ihn auf keinen Fall wegschicken. Lieber halte ich es mit jenem Schild an der Wand, das ich vor meiner Predigerausbildung im Haus meines ersten Arbeitgebers entdeckte: „Christus soll der Herr in diesem Hause sein!“  

Herr, komm in mir wohnen, lass mein Herz auf Erden
dir ein Heiligtum noch werden.
Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre,
dass ich dich stets lieb und ehre.
Wo ich geh, sitz und steh, lass mich dich erblicken
und vor dir mich bücken. (ghs 37)

Zum Bibelvers: Lukas 19,5

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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