Andacht 07.05.2026
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Bibel
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6. Mai 2026 22:01Friedhelm Klingeberg

Andacht 07.05.2026

Es sind nur wenige Minuten Fußweg von meiner ­Wohnung bis zur letzten irdischen Ruhestätte von ­Cyrus dem Perser. Wenn ich an stillen Tagen über den Münchner Westfriedhof gehe, komme ich oft an dem Grabstein vorbei, der seinen Namen trägt: „Cyrus ­Parsa, 3. Mai 1970 – 10. Juni 2015“. Jedes Mal frage ich mich, wie es wohl gewesen sein mag, dieses Leben mit dem Namen eines weltbekannten Herrschers, der nicht nur Cyrus der Perser, sondern auch Cyrus der Große hieß. Den Hinterbliebenen war die historische Bedeutung dieses Namens offensichtlich durchaus ­bewusst, denn über dem Namen und dem Foto des Verstorbenen findet sich auf dem Grabstein auch eine Abbildung des Monarchen, versehen mit den Insignien seiner Macht.

Mancher Friedhofsbesucher mag ihn für eine Gestalt aus dem Reich der Sagen und Mythen halten. Aber schon ein kurzer Blick in die Geschichte Israels zeigt, dass es den begnadeten Staatenlenker und ­Strategen wirklich gegeben hat. Er war es, der das Exil des Gottesvolkes in Babylon beendete und den Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems gab. Am meisten aber fasziniert mich immer wieder, dass Gott selbst diesen durch und durch realen Beherrscher der damaligen Welt durch den Propheten Jesaja ausdrücklich als seinen Gesalbten bezeichnet:

„So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu ­Kyrus […] Ich will vor dir hergehen […] und will dir heimliche Schätze geben […], damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der Gott ­Israels“ (Jes 45,1–3).

Als Jesaja diese Botschaft im Auftrag Gottes niederschrieb, war der Gründer des Perserreiches noch nicht einmal geboren. Aber der Allmächtige hatte längst seinen großen Plan, und alles traf so ein, wie er selbst es durch die Propheten angekündigt hatte. Weil das im Blick auf die Vergangenheit gilt, dürfen wir auch für die Zukunft sicher sein: „Des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss“ (Ps 33,4). So ist es, und daran wird sich bis in die Ewigkeit nichts ändern. Auf unseren Gott können wir uns felsenfest verlassen. Seine Fürsorge wird uns auch durch den heutigen Tag begleiten.

Zum Bibelvers: Jesaja 40,8

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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