
7. Feb. 2026 23:01Ralf Schönfeld
Andacht 08.02.2026
Asarja war ein ziemlich junger Kerl, als er König von Juda wurde. Kann man einen solchen Grünschnabel zum Regenten machen? Man kann; und es muss nicht schiefgehen. Im Gegenteil, die göttliche Bilanz seiner Regierung lautet: „Und er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater Amazja“ (V. 3). Ein gutes Zeugnis. Offenbar hatte ihm das väterliche Vorbild geholfen.
Schon als Teenager las ich in diesen Königschroniken. Gespannt suchte ich nach dem göttlichen Fazit. Oft lautete das leider: „Und er tat, was dem Herrn missfiel.“ Umso erfreulicher, was einem Asarja attestiert werden konnte. Allerdings verschwamm mein jugendliches Schwarz-Weiß-Bild gehörig, wenn – wie an dieser Stelle – hinzugesetzt wurde: „Nur, dass die Höhen nicht entfernt wurden; denn das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen“ (V. 4). Wie passt das denn zusammen? Die „Höhen“ waren doch Stätten von Götzenkult und Geisterbeschwörung. Wie kann Gott einen König, der so etwas duldet, positiv bewerten? Er ist doch sonst immer so gegen Halbherzigkeit. Das bleibt er auch. Allerdings nicht nur gegen Halb-, sondern ganz besonders gegen Hartherzigkeit. Gottes Blick ist liebevoll und fair. Asarja schaffte es offenbar nicht, das Volk vom Aberglauben abzubringen – dennoch bekam er das Siegel des Wohlgefallens.
Das macht mir richtig Mut. Ich bemühe mich. Ja, ich will Gutes und versuche, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Manches gelingt – anderes so gar nicht. Gott schaut auf unser Leben und Mühen nicht durch die Entweder-oder-Brille. „Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind“ (Ps 103,14). Wenn Gott an uns „gedenkt“, dann tut er das in väterlicher Güte. Bei mir bewirkt diese unverdiente Freundlichkeit, dass ich auf der Suche nach dem Guten, dem Besten bleibe – oder dahin zurückfinde. Mein Vater sagte mir einmal: „Ich halte dich für einen ehrlichen Menschen.“ Wenn du wüsstest ..., dachte ich. Aber eines hat er erreicht: Wenn mein Vater mich schon wohlwollend für ehrlich hält, dann will ich es auch sein. So zugewandt-barmherzig, so motivierend ist unser Gott. Ihn lade ich gern wieder und wieder in meinen Tag ein.
Zum Bibelvers: 2. Könige 15,2
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Asarja war ein ziemlich junger Kerl, als er König von Juda wurde. Kann man einen solchen Grünschnabel zum Regenten machen? Man kann; und es muss nicht schiefgehen. Im Gegenteil, die göttliche Bilanz seiner Regierung lautet: „Und er tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater Amazja“ (V. 3). Ein gutes Zeugnis. Offenbar hatte ihm das väterliche Vorbild geholfen.
Schon als Teenager las ich in diesen Königschroniken. Gespannt suchte ich nach dem göttlichen Fazit. Oft lautete das leider: „Und er tat, was dem Herrn missfiel.“ Umso erfreulicher, was einem Asarja attestiert werden konnte. Allerdings verschwamm mein jugendliches Schwarz-Weiß-Bild gehörig, wenn – wie an dieser Stelle – hinzugesetzt wurde: „Nur, dass die Höhen nicht entfernt wurden; denn das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen“ (V. 4). Wie passt das denn zusammen? Die „Höhen“ waren doch Stätten von Götzenkult und Geisterbeschwörung. Wie kann Gott einen König, der so etwas duldet, positiv bewerten? Er ist doch sonst immer so gegen Halbherzigkeit. Das bleibt er auch. Allerdings nicht nur gegen Halb-, sondern ganz besonders gegen Hartherzigkeit. Gottes Blick ist liebevoll und fair. Asarja schaffte es offenbar nicht, das Volk vom Aberglauben abzubringen – dennoch bekam er das Siegel des Wohlgefallens.
Das macht mir richtig Mut. Ich bemühe mich. Ja, ich will Gutes und versuche, entsprechende Entscheidungen zu treffen. Manches gelingt – anderes so gar nicht. Gott schaut auf unser Leben und Mühen nicht durch die Entweder-oder-Brille. „Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind“ (Ps 103,14). Wenn Gott an uns „gedenkt“, dann tut er das in väterlicher Güte. Bei mir bewirkt diese unverdiente Freundlichkeit, dass ich auf der Suche nach dem Guten, dem Besten bleibe – oder dahin zurückfinde. Mein Vater sagte mir einmal: „Ich halte dich für einen ehrlichen Menschen.“ Wenn du wüsstest ..., dachte ich. Aber eines hat er erreicht: Wenn mein Vater mich schon wohlwollend für ehrlich hält, dann will ich es auch sein. So zugewandt-barmherzig, so motivierend ist unser Gott. Ihn lade ich gern wieder und wieder in meinen Tag ein.
Zum Bibelvers: 2. Könige 15,2
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)



