Andacht 13.07.2026
Bildnachweis: Stefan Bernsmann, Pixabay
Bibel
Glauben

12. Juli 2026 22:01Albert Przykopanski

Andacht 13.07.2026

Als wir 1993 in Marokko waren, besuchten wir auch den Markt Djemaa el Fna in Marrakesch. Dort gab es Marktstände mit Gemüse, Autoreifen und Gebissen ebenso wie Märchenerzähler und Schlangenbeschwörer. Am auffälligsten aber waren die Wasserträger. Sie trugen die farbenprächtigste Kleidung auf dem ganzen Basar und boten lauthals Wasser zum Verkauf an.

Als 2023 in den Nachrichten über das Erdbeben in Marokko berichtet wurde, gab es auch Bilder aus Marrakesch. Als ein Wasserträger durch das Bild huschte, erinnerte ich mich an unsere Begegnung mit dieser Berufsgruppe und den obigen Bibeltext.

Der Wasserträger, den Jesaja hier schildert, verhält sich anders als die mir bekannten. Er preist zwar Wasser an, aber dem Heraneilenden wird Milch und Honig gegeben. Wer zu ihm kommt, erhält also mehr als erwartet. Ist das die Art und Weise, wie Gott Handel betreibt? Erhält jeder, der zu ihm kommt, mehr als erhofft? Man könnte Jesaja so verstehen, oder?

Was erwarten wir von Gott? Vielleicht, dass er endlich mit der Faust auf den Tisch haut und einen Schlussstrich unter all das Lügen, Betrügen, den Hunger, alle Not und alles Elend zieht. Dass er Krankheit, Tod und dem Bekriegen ein Ende setzt.

Doch machen wir uns nichts vor: An all den Dingen, unter denen wir Gottes Schlussstrich herbeisehnen, haben auch wir unseren Anteil. Wir glauben zwar an einen gerechten Gott, doch möchten lieber nicht, dass er in unserem Innersten für Gerechtigkeit sorgt; denn dann ginge es uns an den Kragen. Davor fürchten wir uns. Bezogen auf unser eigenes Leben würden wir lieber Gottes Barmherzigkeit und Gnade erfahren.

Und hier geschieht das große Wunder, das auch der Jesajatext ausdrückt: Gott gibt Unerwartetes. Da in Gott Gerechtigkeit und Liebe gepaart sind, kann er uns mehr geben, als wir erwarten. Er liebt uns Menschen so sehr, dass Jesus Christus unsere Strafe auf sich nahm. Durch dieses Opfer kann er uns gnädig und barmherzig sein.

Gott gibt immer mehr, als wir erwarten. Dank sei ihm dafür.

Zum Bibelvers: Jesaja 55,1

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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