Andacht 16.02.2026
Bildnachweis: Sharky, Pixabay
Bibel
Glauben

15. Feb. 2026 23:01Claudia Mohr

Andacht 16.02.2026

Da kam so ein junger, reicher Schnösel und fragte ­Jesus, was er tun müsse, um das ewige Leben zu bekommen. Sein Leben hier auf der Erde war zwar schon angenehm, aber wenn es noch mehr zu holen gab, war er dabei. Und er wusste: Von nichts kommt nichts. Wir müssen alle etwas tun. Wir müssen uns investieren, uns Dinge und Fähigkeiten aneignen, etwas schaffen. Deswegen seine Frage: „Was soll ich tun?“ Jesus beantwortete diese Frage nach dem Tun auf seine eigene Weise. Er sagte: „Verkaufe alles, was du hast, […] und folge mir nach!“ (Mk 10,21). Jesus rief den Jüngling in seine Nachfolge. Vom Tun zum Sein: Du musst dir nichts mehr aneignen; stattdessen musst du etwas gehen lassen. Werde alles los, was du besitzt, denn diese vielen Dinge lenken vom Wesentlichen – von der konsequenten Nachfolge – ab. Jesus stellte die Dinge wieder einmal auf den Kopf. Der wahre Schatz befindet sich im Himmel.

Jesu Aufforderung gilt auch uns: Enteigne dich, werde Überflüssiges los, dann hast du mehr Raum für mich. Sonst bist du ständig abgelenkt und unfrei. In der Theorie klingt das leicht. Doch im Schnitt besitzt ein Europäer 10.000 Dinge, sagt das Statistische Bundes­amt in Deutschland. Wir bunkern diese Dinge beispielsweise aus Angst vor Notlagen. Besitz verspricht Sicherheit. Doch Besitz kann auch zur seelischen ­Belastung werden. Dinge, die wir nicht benutzen, die keinen festen Aufbewahrungsort haben, als ewig ­unerledigte Aufgaben herumliegen oder schlechte ­Erinnerungen wecken, können krank machen. Auch Sammlungen aller Art können die menschliche ­Psyche belasten; denn Eigentum verpflichtet, wie man gemeinhin sagt.

Der Literaturliebhaber Roland Kopp-Wichmann hatte eine große Büchersammlung, von der er sich lange nicht trennen konnte. Doch eines Tages stand sein Entschluss fest und er gab nahezu 1000 Bücher weg. Nach dem Trennungsschmerz folgte die Erleichterung: „Ich hatte nach Jahren wieder Raum für mich.“ So kann es auch uns gehen, wenn wir das Prinzip des Loslassens umsetzen. Wir bekommen mit jedem Stück, das wir weggeben, wieder mehr Raum für Jesus und Zeit für die Nachfolge.

Zum Bibelvers: Markus 10,17

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

Lass dir keine Neuigkeit entgehen

Newsletter-Anmeldung