
17. Mai 2026 22:01Manuela Hübler
Andacht 18.05.2026
Samuel Wunsch lächelt selbstbewusst und zufrieden in die Kamera. In einer ZDF-Reportage zeichnet er seinen bisherigen Werdegang nach: erst Schüler an einer Förderschule, dann zehn Jahre Beschäftigter in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und heute Bildungsfachkraft an Hochschulen in Schleswig-Holstein. Als solche hält er Vorträge vor Studierenden, in denen er andere für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert. Samuel fühlt sich in seiner neuen Rolle wertgeschätzt und freut sich, dass ihm der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt gelungen ist. Sein Arbeitgeber hat Rahmenbedingungen geschaffen, in denen seine vermeintlichen Schwächen zu Stärken werden konnten.
Paulus schreibt im ersten Korintherbrief davon, wie wichtig jedes Gemeindeglied für die Gemeinschaft der Gläubigen ist. Jeder erfüllt eine andere Aufgabe. „Gott hat unseren Körper mit vielen Gliedern und Organen geschaffen und jedem Körperteil seinen Platz gegeben, wie er es wollte. In Wirklichkeit sind oft gerade die scheinbar schwächeren oder unwichtigeren Körperteile besonders notwendig“ (1 Kor 12,18.22 NLB).
Jeder Mensch ist wichtig und richtig. Gott hat jeden Menschen an einen bestimmten Platz gestellt, den kein anderer ausfüllen kann. Der Schöpfer allen Lebens übersieht niemanden und wünscht sich, dass seine Kinder den Wert ihrer Mitmenschen wahrnehmen.
Paulus betont die Bedeutung der vermeintlich Schwächeren in unserer Mitte. Damit holt er sie aus ihrer Randposition. Wie schnell werden sie sonst übersehen; vielleicht sogar bewusst gemieden. Als Mutter eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen weiß ich, wie herausfordernd es sein kann, Geduld für die Andersartigkeit eines Menschen aufzubringen und seine Stärken zu fokussieren. Doch wer im Gegenüber einen von Gott geschaffenen, geliebten Menschen erkennen kann, der wird davon profitieren: Sein Herz wird weiter und Jesus ähnlicher.
Gottes Gemeinde ist bunt – hier ist jeder willkommen, jeder wird gebraucht. Gemeinden sollen Orte sein, an denen man sich Zeit nimmt, um denen zuzuhören, die sonst nicht zu Wort kommen; Orte, an denen jeder weiß: Ich gehöre dazu – ich bin ein Teil vom Leib Christi.
Zum Bibelvers: 1. Korinther 12,27
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Samuel Wunsch lächelt selbstbewusst und zufrieden in die Kamera. In einer ZDF-Reportage zeichnet er seinen bisherigen Werdegang nach: erst Schüler an einer Förderschule, dann zehn Jahre Beschäftigter in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und heute Bildungsfachkraft an Hochschulen in Schleswig-Holstein. Als solche hält er Vorträge vor Studierenden, in denen er andere für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert. Samuel fühlt sich in seiner neuen Rolle wertgeschätzt und freut sich, dass ihm der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt gelungen ist. Sein Arbeitgeber hat Rahmenbedingungen geschaffen, in denen seine vermeintlichen Schwächen zu Stärken werden konnten.
Paulus schreibt im ersten Korintherbrief davon, wie wichtig jedes Gemeindeglied für die Gemeinschaft der Gläubigen ist. Jeder erfüllt eine andere Aufgabe. „Gott hat unseren Körper mit vielen Gliedern und Organen geschaffen und jedem Körperteil seinen Platz gegeben, wie er es wollte. In Wirklichkeit sind oft gerade die scheinbar schwächeren oder unwichtigeren Körperteile besonders notwendig“ (1 Kor 12,18.22 NLB).
Jeder Mensch ist wichtig und richtig. Gott hat jeden Menschen an einen bestimmten Platz gestellt, den kein anderer ausfüllen kann. Der Schöpfer allen Lebens übersieht niemanden und wünscht sich, dass seine Kinder den Wert ihrer Mitmenschen wahrnehmen.
Paulus betont die Bedeutung der vermeintlich Schwächeren in unserer Mitte. Damit holt er sie aus ihrer Randposition. Wie schnell werden sie sonst übersehen; vielleicht sogar bewusst gemieden. Als Mutter eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen weiß ich, wie herausfordernd es sein kann, Geduld für die Andersartigkeit eines Menschen aufzubringen und seine Stärken zu fokussieren. Doch wer im Gegenüber einen von Gott geschaffenen, geliebten Menschen erkennen kann, der wird davon profitieren: Sein Herz wird weiter und Jesus ähnlicher.
Gottes Gemeinde ist bunt – hier ist jeder willkommen, jeder wird gebraucht. Gemeinden sollen Orte sein, an denen man sich Zeit nimmt, um denen zuzuhören, die sonst nicht zu Wort kommen; Orte, an denen jeder weiß: Ich gehöre dazu – ich bin ein Teil vom Leib Christi.
Zum Bibelvers: 1. Korinther 12,27
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