
28. Aug. 2026 22:01Thomas Lobitz
Andacht 29.08.2026
Kürzlich las ich ein Interview mit einer Psychologieprofessorin aus Zürich, in dem es um Urlaub und Auszeiten ging. Wie muss eine Pause, eine Unterbrechung des Alltags gestaltet sein, damit sie wirklich der Erholung dient? Sie antwortete, dass es nicht auf die Dauer der Auszeit ankomme. Wichtiger seien regelmäßige Pausen, in denen man eine Distanz zu dem finde, was man vorher gemacht habe.
Beim Lesen des Interviews musste ich unwillkürlich an den Sabbat denken. Er findet regelmäßig an jedem siebten Tag statt, ist von überschaubarer Dauer und soll eine Distanz zum Alltag schaffen, wie es im Sabbatgebot ausdrücklich formuliert ist: „Du hast sechs Tage, an denen du all deine Arbeit verrichten kannst. Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag, der dem HERRN, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten. Das gilt auch für deine Söhne und Töchter, deine Knechte und Mägde, dein Vieh und die Ausländer, die bei dir leben“ (2 Mo 20,9–10 NGÜ).
Die Pharisäer hatten das Sabbatgebot mit zahlreichen Vorschriften „umstellt“, sodass viele Gläubige diesen Tag eher als eine Last empfanden, weil sie nichts falsch machen wollten. Jesus stellt hingegen klar, dass der Sabbat um des Menschen willen gemacht ist. Gott als unser Schöpfer weiß, dass wir regelmäßige Unterbrechungen brauchen – Zeiten, in denen wir vom Alltag ausruhen können. Und weil er den inneren und manchmal auch äußeren Druck vieler Menschen kennt, ununterbrochen zu arbeiten und sich selbst zu optimieren, hat er dies sogar als Gebot formuliert.
Damit diese Sabbatunterbrechung wirklich erholsam ist, sollte sie also als Kontrast zum Alltag dienen (vgl. Jes 58,13–14). Dies lässt sich nicht in allgemeinverbindliche Zusatzvorschriften fassen, sondern muss individuell gestaltet werden. Wer also viel am Schreibtisch sitzt und konzentriert arbeiten muss, könnte vielleicht in die Natur gehen oder sich mit anderen Menschen austauschen. Und wer körperlich arbeitet, braucht vielleicht eine Zeit des Ausruhens und des Lesens. Und auch der gemeinsame Gottesdienst schafft Abstand vom Alltag, weil er hilft, die Gedanken auf das zu richten, was im Leben wirklich zählt: auf Gottes Liebe und auf unsere Mitmenschen.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Kürzlich las ich ein Interview mit einer Psychologieprofessorin aus Zürich, in dem es um Urlaub und Auszeiten ging. Wie muss eine Pause, eine Unterbrechung des Alltags gestaltet sein, damit sie wirklich der Erholung dient? Sie antwortete, dass es nicht auf die Dauer der Auszeit ankomme. Wichtiger seien regelmäßige Pausen, in denen man eine Distanz zu dem finde, was man vorher gemacht habe.
Beim Lesen des Interviews musste ich unwillkürlich an den Sabbat denken. Er findet regelmäßig an jedem siebten Tag statt, ist von überschaubarer Dauer und soll eine Distanz zum Alltag schaffen, wie es im Sabbatgebot ausdrücklich formuliert ist: „Du hast sechs Tage, an denen du all deine Arbeit verrichten kannst. Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag, der dem HERRN, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten. Das gilt auch für deine Söhne und Töchter, deine Knechte und Mägde, dein Vieh und die Ausländer, die bei dir leben“ (2 Mo 20,9–10 NGÜ).
Die Pharisäer hatten das Sabbatgebot mit zahlreichen Vorschriften „umstellt“, sodass viele Gläubige diesen Tag eher als eine Last empfanden, weil sie nichts falsch machen wollten. Jesus stellt hingegen klar, dass der Sabbat um des Menschen willen gemacht ist. Gott als unser Schöpfer weiß, dass wir regelmäßige Unterbrechungen brauchen – Zeiten, in denen wir vom Alltag ausruhen können. Und weil er den inneren und manchmal auch äußeren Druck vieler Menschen kennt, ununterbrochen zu arbeiten und sich selbst zu optimieren, hat er dies sogar als Gebot formuliert.
Damit diese Sabbatunterbrechung wirklich erholsam ist, sollte sie also als Kontrast zum Alltag dienen (vgl. Jes 58,13–14). Dies lässt sich nicht in allgemeinverbindliche Zusatzvorschriften fassen, sondern muss individuell gestaltet werden. Wer also viel am Schreibtisch sitzt und konzentriert arbeiten muss, könnte vielleicht in die Natur gehen oder sich mit anderen Menschen austauschen. Und wer körperlich arbeitet, braucht vielleicht eine Zeit des Ausruhens und des Lesens. Und auch der gemeinsame Gottesdienst schafft Abstand vom Alltag, weil er hilft, die Gedanken auf das zu richten, was im Leben wirklich zählt: auf Gottes Liebe und auf unsere Mitmenschen.
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