Andacht 04.09.2026
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Bibel
Glauben

3. Sep. 2026 22:01Elí Diez-Prida

Andacht 04.09.2026

Es ist eine feine Kunst, eine Person auf einen Fehler oder eine Schwäche so taktvoll hinzuweisen, dass sie sich weder bloßgestellt noch kleingemacht fühlt. Und es zeigt innere Größe, wer dabei nicht beleidigt reagiert, sondern froh und dankbar.

David, der Psalmschreiber, ließ sich anscheinend am liebsten von einem Menschen zurechtweisen, der mit Gott verbunden lebte. So zum Beispiel vom Propheten Nathan, als dieser seinem König mutig den Spiegel vor Augen hielt, damit er den begangenen Ehebruch als Sünde erkannte.

Der Eigenschaft, Gott zu gehorchen, würde ich persönlich eine weitere hinzufügen: Am liebsten lasse ich mich von meiner Frau korrigieren, weil ich mich von ihr bedingungslos geliebt weiß. Sie sagt mir Unangenehmes, weil sie mich liebt. Und weil sie es tut, wählt sie sorgfältig die Worte und den Zeitpunkt, es mir zu sagen. Ich spüre ihr Bemühen, es so taktvoll wie nur möglich zu formulieren. Und sie spart nicht damit, mir ihre Liebe und Zuneigung – unabhängig von meinen Fehlern – zu bestätigen.

Wenn man mich fragte, wie man das Zurechtweisen klug handhabt, würde ich zwei Dinge vorschlagen: Kritisiere nie einen Menschen, den du nie zuvor gelobt hast; denn jeder hat positive Eigenschaften, die ein aufrichtiges Lob verdienen. Und zweitens: Bete lange genug für diesen Menschen, bevor du dir den Zeitpunkt zeigen und die richtigen Worte schenken lässt.

Interessant finde ich, was David noch am Schluss von Vers 5 sagt: „Und wenn er selbst ins Unglück gerät, höre ich nicht auf, für ihn zu beten“ (GNB). Auch diese Reaktion verrät innere Größe: Statt Schadenfreude zu empfinden, tut es ihm leid, dass derjenige, der ihn zurechtgewiesen hat, in ein Unglück geraten ist.

Mancher ist so beratungsresistent, dass man den Eindruck gewinnt: Er lässt sich nur dann korrigieren, wenn ihm ein Engel erscheint. Dabei kann dieser Engel ein Kind, der Lebenspartner, der Nachbar, der Pastor oder irgendein Mensch sein, der sich von Gott gebrauchen lässt. Seien wir offen und lassen es zu.

Zum Bibelvers: Psalm 141,5

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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