Andacht 05.03.2026
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Bibel
Glauben

4. März 2026 23:01Heidemarie Klingeberg

Andacht 05.03.2026

Unter dem Titel „Erde zu Erde“ schuf die zeitgenössische Künstlerin Madeleine Dietz aus Mannheim 2024 ein sakrales Werk, das sie als Intervention bezeichnet. Es soll als Impuls für die Fastenzeit verstanden werden und wurde anlässlich des „Aschermittwochs der Künstler“ im Innenraum einer Kirche errichtet. Madeleine Dietz arbeitet ähnlich wie Anselm Kiefer vorwiegend mit Materialien aus der Natur. Sie hat ein Wandfragment aus Lehmziegeln aufgeschichtet. Die Steine werden am Fuß der Mauer wieder zu Erde und bedecken die Stufen zum Altar nur noch mit losem Geröll.

Mit dieser einfachen Struktur weckt die Künstlerin vielfältige Assoziationen. Unwillkürlich denkt der Betrachter an den Bibeltext: „[…] bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück“ (1 Mo 3,19).

Doch Erde ist nicht nur Sinnbild der Vergänglichkeit und des Verfalls. Erde ist der Boden, in dem und durch den Leben entsteht, wächst und gedeiht. Ein vielschichtiger Mikroorganismus der Fruchtbarkeit und Kreativität. Aus dem Lehm der Erde lassen sich Ziegel brennen. Aus ihnen werden Mauern, Häuser, Wohnungen, Schlösser, Kirchen und monumentale Kulturdenkmäler gebaut. Manche Kunstwerke aus Erde haben sich über Jahrtausende gehalten – und wir stehen heute noch staunend davor.

Was unterscheidet Leben und Verfall? Es ist die Hand Gottes, die erschafft, es ist sein Geist, der lebendig macht. Der Schöpfer bildet den Menschen aus dem Staub der Erde zu seinem Ebenbild, seinem Gegenüber, dem er seine Liebe und Fürsorge schenkt. Er spendet den Lebensatem, und so wird der Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Nicht für den Erdenstaub, sondern für den Himmel hat Gott den Menschen geschaffen. „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, du hast ihn gekrönt mit Pracht und Herrlichkeit“ (Ps 8,6 EÜ).

Der Gottesdienst der Künstler endet mit der Verheißung: „Lehmklumpen, Angst, Geröll, … Seelenschmerz – hier liegt er vor dir und wird zu gesponnenem Gold unter deinem Blick.“

Zum Bibelvers: 1. Mose 2,7

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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