Andacht 06.09.2026
Bildnachweis: Fabien, Pixabay
Bibel
Glauben

5. Sep. 2026 22:01Andre Zander

Andacht 06.09.2026

Das Bild vom Körper für die Gemeinde hat durchaus seine Berechtigung, vor allem dann, wenn es um Christus als das Haupt geht: Es betont, dass ohne Gott nichts geht und wir ohne ihn nichts können. Er ist der Charakter, der Geist der Gemeinde.

Andererseits hat dieses Bild auch seine Grenzen: Der Kopf eines Enthaupteten kann ohne seinen Körper nicht weiterleben. Gott kann das sehr wohl, doch er möchte nicht auf die Gemeinschaft mit seinen Kindern verzichten.

Was ist nun mit den einzelnen Gliedern? Der menschliche Körper funktioniert am besten als Gesamtsystem. Gewiss kann ein Mensch ohne Fuß oder ohne Augenlicht leben, aber er ist dabei eingeschränkt. Ohne ein schlagendes Herz in der Brust oder eine atmende Lunge wäre er sehr schnell tot. Ohne Magen könnte man nur unter gewissen Umständen überleben. Wenn ein Organ krank ist, dann ist oft auch der gesamte Mensch krank.

Ist das auch auf die Gemeinde übertragbar? Ja, ein Konflikt zwischen zwei Menschen kann die ganze Gemeinde in Mitleidenschaft ziehen. Gleichzeitig kann ein Mensch im Stillen leiden, ohne dass die Gemeinde etwas davon mitbekommt.

Schwierig wird das Bild, wenn es nicht nur auf den Istzustand einer Gemeinde angewandt wird. Eine Gemeinde entwickelt sich. Sie verändert sich, manchmal verkleinert sie sich. Während ich diese Andacht schreibe, hat meine kleine Gemeinde gleich zwei wichtige Akteure durch Krankheit und Berufswechsel verloren. Das tut weh. Dennoch geht das Gemeindeleben weiter, nur eben anders als zuvor. Eine Gemeinde wird nicht zwangsläufig „behindert“ wie ein Körper, wenn ihr einzelne Glieder abhandenkommen. Durch ihre Verbindung mit Christus lebt sie weiter und kann sich ihrer Zukunft sicher sein, nur eben anders.

Ich wünsche allen, die gerade Veränderungen erleben, Mut und Zuversicht für die Zukunft sowie die Gewissheit, dass Gott seine Gemeinde trotz allen Herausforderungen trägt und bewahrt.

Zum Bibelvers: 1. Korinther 12,26–27

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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