Andacht 23.02.2026
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Bibel
Glauben

22. Feb. 2026 23:01Beate Strobel

Andacht 23.02.2026

Neulich sah ich beim Spazierengehen einen jungen Mann, der sein Kind auf dem Arm trug. Der Junge hatte beide Arme fest um den Hals des Vaters geklammert, die Augen des Kindes waren geschlossen und der Gesichtsausdruck entspannt. Obwohl die Kindersandalen schon bis zu den Knien des Vaters reichten und der Kleine bestimmt selbst laufen konnte, wurde er getragen. Die roten Wangen des Vaters ließen mich erahnen, wie anstrengend es für ihn sein musste. Mit einer Hand streichelte der Mann den Kopf des Jungen, mit dem anderen Arm hielt er ihn gut fest.

Der Anblick dieses Vaters mit seinem Kind weckte in mir das tiefe Verlangen nach dem Gefühl des ­Getragenseins, nach Halt und Sicherheit. Diese Sehnsucht spüre ich besonders in Momenten, in denen ich eine Pause bräuchte, aber kein Rastplatz in Sicht ist. Wahrscheinlich kennt jeder Mensch Momente, in denen er sich nichts lieber wünscht als jemanden, der ihn ein Stück des Weges trägt und damit die Situation erträglicher macht.

Als Erwachsene bin ich immer seltener diejenige, die getragen wird. Das war mein erster, etwas trauriger Gedanke, als ich dem Vater mit seinem Sohn nachschaute. Dabei ist das Gefühl des Getragenseins mehr als eine Erinnerung an eine behütete Kindheit. Denn beim näheren Hinsehen stelle ich fest, dass ich auch heute noch Momente erlebe, in denen ich mich getragen fühle. Meist erkenne ich erst in der Rückschau, dass ich die eine oder andere Hürde nicht aus eigener Kraft genommen habe.

Einer, der mir auf ganz unscheinbare Weise beim Tragen von Sorgen hilft und mich gleichermaßen auf die Schulter nimmt, ist Gott. Als Christin darf ich mich mit allem, was mein Herz beschwert, im Gebet an ihn wenden. Und wie oft schickt er mir genau die richtigen Mitmenschen an meine Seite. Die Zeilen in Psalm 91 beschreiben vertrauensvoll, wie sehr ich mich bei Gott aufgehoben fühlen darf. Gott hat seine Engel damit beauftragt, mich durch seinen Schutz in das Gefühl des Getragenseins zu heben. Mein Vertrauen auf diese Zeilen, die so gut wiedergeben, was Gott für uns Menschen tut, stärkt mich in Momenten, in denen die Sehnsucht nach Entlastung am größten ist.

Zum Bibelvers: Psalm 91,11–12

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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