Andacht 25.06.2026
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Bibel
Glauben

24. Juni 2026 22:01Simon Krautschick

Andacht 25.06.2026

Gestern Abend zog eine schwarze Wolkenwand am Himmel auf. Der Wind frischte auf und endlich begann es zu regnen. Kräftiger, ergiebiger Regen nach heißen, trockenen Wochen – und das die ganze Nacht hindurch. Der Fahrradfahrer, den ich im Auto überholte, wäre sicher lieber noch trocken nach Hause gekommen. Aber viele Menschen teilten die Sehnsucht nach Abkühlung. Hobbygärtner begrüßten das Nass für ihre durstigen Pflanzen.

Gott dreht den Wasserhahn zu oder auf, dessen waren sich die Menschen in biblischer Zeit sicher. Aber welcher Gott? Wenn sie sich mit dem falschen gut stellten, konnte das fatale Folgen haben. Die einen meinten, dass schon von alters her der Gott Baal in ihrem Land für Regen und gutes Wachstum zuständig sei. Andere waren überzeugt, dass der Schöpfer des Himmels und der Erde überhaupt der einzige Gott sei. Deshalb entscheide er über Regen und Trockenheit.

Wir heute stehen kaum vor der Frage, an welchen Gott wir unsere Bitten richten sollen – unseren Wunsch nach Regen oder ungetrübten Sonnenschein, um Gesundheit und Lebenskraft, um eine gute Entscheidung oder um ein wohltuendes Miteinander. Trotzdem sind wir manchmal verunsichert, was wir konkret erwarten können. Kann Gott sich wirklich um unser Anliegen kümmern? Will er es überhaupt? Oder regelt sich die Welt vielmehr nach dem Gesetz des Chaos?

Jeremia zeigt in seinem Gebet eine dreifache Grundhaltung. Zuerst ist er demütig gegenüber Gott und dem Leben. Wir haben nicht alles im Griff. Wir kommen nicht prima selbst klar und bräuchten höchstens noch ein wenig Unterstützung von Gott oder eine Prise Glück.

Zweitens: Wir können Gott nicht durch unser ­Opfer zwingen oder durch unsere geniale Idee zum Guten wenden. Mit dem Schöpfer der Welt eine Beziehung eingehen, persönlich und dauerhaft, das macht den Unterschied.

Drittens: Nicht immer erfüllt Gott unsere Wünsche. Aber durch die Verbundenheit mit unserem Schöpfer wächst in uns eine zuversichtliche Grundhaltung – Hoffnung. So gelingt unser Leben.

Zum Bibelvers: Jeremia 14,22

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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