Eine neue Ära für Menschenrechte? – AIDLR-Konferenz zum Thema Religionsfreiheit in Toledo
Eröffnung der Konferenz durch (v.l.) Paulo Macedo (AIDLR-Generalsekretär) mit Soledad de Frutos del Valle (Vizepräsidentin der Provinzverwaltung von Toledo), Carlos Velázquez Romo (Bürgermeister von Toledo), Adama Dieng (Präsident AIDLR-Ehrenkomitee) und Barna Magyarosi (AIDLR-Präsident).
© Foto: Jens Mohr/APD
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Religiöse Freiheit

30. März 2026 08:05APDToledo, Spain

Eine neue Ära für Menschenrechte? – AIDLR-Konferenz zum Thema Religionsfreiheit in Toledo

Vom 24. bis 26. März fand in Toledo eine Konferenz der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (AIDLR) statt. Thema: „Eine neue Ära der Menschenrechte? Auswirkungen auf die Glaubens- und Religionsfreiheit“.

Rund 60 geladene Teilnehmer aus mehreren Ländern hatten die Gelegenheit, sich unter diesem Thema über die Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit auszutauschen. Die Konferenz stand zugleich im Zeichen des 80-jährigen Bestehens der AIDLR.

„Toledo ist seit Jahrhunderten ein Beispiel dafür, dass die Begegnung unterschiedlicher Denkweisen und Glaubensrichtungen nicht zwangsläufig in Konflikten enden muss“, so AIDLR-Präsident Dr. Barna Magyarosi bei seinem Eröffnungsgrußwort. „Sie kann in Verständnis münden. Sie kann in Schönheit münden. Sie kann zu einer Welt führen, die ein Stückchen freier und menschlicher ist.“ Die Eröffnungsfeier der Konferenz fand im historischen Kapitelsaal des Rathauses von Toledo statt. Sie schloss die Premiere eines Dokumentarfilms zur 80-jährigen Geschichte der AIDLR ein, der die Entwicklung der Organisation seit ihrer Gründung durch Dr. Jean Nussbaum im Jahr 1946 nachzeichnete.

Plenarsitzungen zu zentralen Herausforderungen

Die Plenarsitzungen im Kongresszentrum der Stadt behandelten ein breites Themenspektrum. Dr. Nazila Ghanea gab einen Überblick über die aktuelle Lage der Religionsfreiheit aus der Perspektive ihres UN-Mandats als Sonderberichterstatterin für Religions- oder Glaubensfreiheit. Weitere Sitzungen widmeten sich den Spannungen zwischen religiösem Glauben, Freiheit und kulturellem Erbe in modernen Demokratien, den Herausforderungen durch den religiösen Nationalismus sowie der wachsenden Rolle internationaler Institutionen beim Schutz der Religionsfreiheit. Auch die Frage der Auswirkung des Einsatzes von KI-Systemen in Bezug auf Religionsfreiheit wurde erörtert.

Erklärung von Toledo

Auf der Konferenz wurde die „Erklärung von Toledo“ in mehreren Sprachen verlesen. Das Dokument benennt zwölf Handlungsaufträge an internationale Organisationen, Staaten und die Zivilgesellschaft. Dazu gehören unter anderem: die Anerkennung der Menschenwürde als Grundlage aller Menschenrechte, die Bekämpfung religiöser Diskriminierung und Verfolgung, die Wahrung der Trennung von Kirche und Staat sowie die Forderung, Entwicklung und Einsatz Künstlicher Intelligenz an den Werten der Religions- und Weltanschauungsfreiheit auszurichten. Die Erklärung schließt mit der Bekräftigung des Gründermottos: „Wir vertreten keine Partikularinteressen, sondern Grundsätze.“

Über AIDLR

Die Internationale Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (Association Internationale pour la Defense de la Liberté Religieuse, AIDLR) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die 1946 von Dr. Jean Nussbaum gegründet wurde. Während sie von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterstützt wird, agiert sie überparteilich und interkonfessionell. Ihr Hauptsitz befindet sich in Bern, ein offizielles Büro wird in Brüssel unterhalten. Weitere Informationen unter: www.dv-religionsfreiheit.org sowie www.aidlr.org

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