
4. Juli 2026 22:01Andre Zander
Andacht 05.07.2026
Gedanken zum Thema: Gesehen
„Du bist ein Gott, der mich sieht“ – diesen Ehrennamen gab die entlaufene Sklavin Hagar dem Gott, der sie auf der Flucht vor ihrer Herrin und den dortigen Missständen ansprach. Aber nicht etwa, weil Gott ihr eine gesegnete Weiterreise nach Ägypten und ein langes, erfülltes Leben in ihrer Heimat versprach; so wie wir das vielleicht von Gott erwartet hätten. Nein, ganz im Gegenteil: Gott schickte Hagar wieder zurück und befahl ihr sogar, sich ihrer Herrin unterzuordnen. Wie unerwartet! Denn leider bleibt Hagars Geschichte leidvoll. Die massiven Probleme im Hause Abram wurden nie wirklich gelöst.
Warum ehrte Hagar Gott dann mit diesem Namen? Gott schickte sie nicht einfach so zurück, sondern mit der Zusicherung, dass ihre Nachkommen zu einem großen Volk werden würden. Damals war das die höchste Ehre, die einem Menschen zuteilwerden konnte.
Ein Kapitel zuvor wurde sie Abram erwiesen, und dieselbe Ehre erfuhr nun ausgerechnet Hagar, die Sklavin, die Ausländerin, die Rangniedrigste, die Unverschämte und Respektlose (vgl. V. 4). Davon war sie so berührt und betroffen, dass sie nur zwei Worte herausbringen konnte: El Roï („sehender Gott“). Das ist aufrichtige Anbetung und ein Lobpreis aus tiefstem Herzen.
Gesehen zu werden bedeutet für Hagar in dieser Situation nicht nur eine optische Wahrnehmung, sondern vor allem auch die erfahrene Zuwendung, Ermutigung, Trost, Umarmung, Errettung, Ehre und Segen.
So wie Gott Hagar gesehen hat, sieht er jeden Menschen. Auch wenn manche Christen ein Gottesbild pflegen, das den strengen, strafenden Blick lehrt, das peinlich genaue Protokollieren unserer Fehler – so ist Gott nicht! Wir dürfen Gott als unseren liebevollen Begleiter erleben, als „Mitverfasser unserer Biografie“ (Petra Halfmann, „Du bist ein Gott, der mich sieht“, tinyurl.com/yzy5skar)
Selbst wenn Gott unsere Probleme und Sorgen nicht immer direkt löst, gibt er auch uns ein Versprechen, das die höchste Ehre bedeutet: Er liebt uns und ist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt (vgl. Mt 28,20). Wie wunderbar und tröstlich!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Gesehen
„Du bist ein Gott, der mich sieht“ – diesen Ehrennamen gab die entlaufene Sklavin Hagar dem Gott, der sie auf der Flucht vor ihrer Herrin und den dortigen Missständen ansprach. Aber nicht etwa, weil Gott ihr eine gesegnete Weiterreise nach Ägypten und ein langes, erfülltes Leben in ihrer Heimat versprach; so wie wir das vielleicht von Gott erwartet hätten. Nein, ganz im Gegenteil: Gott schickte Hagar wieder zurück und befahl ihr sogar, sich ihrer Herrin unterzuordnen. Wie unerwartet! Denn leider bleibt Hagars Geschichte leidvoll. Die massiven Probleme im Hause Abram wurden nie wirklich gelöst.
Warum ehrte Hagar Gott dann mit diesem Namen? Gott schickte sie nicht einfach so zurück, sondern mit der Zusicherung, dass ihre Nachkommen zu einem großen Volk werden würden. Damals war das die höchste Ehre, die einem Menschen zuteilwerden konnte.
Ein Kapitel zuvor wurde sie Abram erwiesen, und dieselbe Ehre erfuhr nun ausgerechnet Hagar, die Sklavin, die Ausländerin, die Rangniedrigste, die Unverschämte und Respektlose (vgl. V. 4). Davon war sie so berührt und betroffen, dass sie nur zwei Worte herausbringen konnte: El Roï („sehender Gott“). Das ist aufrichtige Anbetung und ein Lobpreis aus tiefstem Herzen.
Gesehen zu werden bedeutet für Hagar in dieser Situation nicht nur eine optische Wahrnehmung, sondern vor allem auch die erfahrene Zuwendung, Ermutigung, Trost, Umarmung, Errettung, Ehre und Segen.
So wie Gott Hagar gesehen hat, sieht er jeden Menschen. Auch wenn manche Christen ein Gottesbild pflegen, das den strengen, strafenden Blick lehrt, das peinlich genaue Protokollieren unserer Fehler – so ist Gott nicht! Wir dürfen Gott als unseren liebevollen Begleiter erleben, als „Mitverfasser unserer Biografie“ (Petra Halfmann, „Du bist ein Gott, der mich sieht“, tinyurl.com/yzy5skar)
Selbst wenn Gott unsere Probleme und Sorgen nicht immer direkt löst, gibt er auch uns ein Versprechen, das die höchste Ehre bedeutet: Er liebt uns und ist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt (vgl. Mt 28,20). Wie wunderbar und tröstlich!
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