Andacht 05.10.2026
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Bibel
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4. Okt. 2026 22:01Lothar Scheel

Andacht 05.10.2026

Gedanken zum Thema: Herbst

Altwerden ist nichts für Feiglinge, heißt es. Aber auch der Leitspruch einer Bekannten kurz vor der Rente hat was. Sie sagte oft: „Auch der Herbst hat sonnige Tage“, und sprach sich damit wohl selbst Mut zu.

Herbst verbinden wir gemeinhin mit dem Verwelken von Blumen und Blättern und dem Abschied von der Wärme des Sommers. Es ist die Zeit des Wandels und der Vorbereitung auf den kommenden Winter. Aber inmitten des Niedergangs und des Abschieds gibt es auch Momente der Helligkeit und der intensiven Farben, wenn bunte Blätter unter der warmen Sonne zu leuchten beginnen.

Der „Herbst des Lebens“ als Metapher für das Altwerden begann vor hundert Jahren für die meisten Menschen bereits mit dem vierzigsten Lebensjahr, oft sogar früher. Heute gehört man auch mit siebzig noch nicht zum „alten Eisen“. Und trotzdem ist der Herbst des Lebens eine Phase des Wandels, die einhergeht mit dem Verlust von bisher selbstverständlichen Dingen. Energie ohne Ende und eine unverwüstliche Gesundheit waren einmal. Allmählich wird alles weniger und man begreift, dass man nicht mehr unendlich viel Lebenszeit vor sich hat.

Die sonnigen Tage des Herbstes erinnern daran, dass das Leben trotz seiner Vergänglichkeit kostbar ist und man die positiven Momente wertschätzen sollte, wann immer sie sich zeigen. Solche Lichtblicke der Freude und des Glücks lassen sich durchaus finden, wenn man bewusst danach Ausschau hält.

„Auch der Herbst hat sonnige Tage“ kann eine Lebensweisheit und Ausdruck einer Haltung sein, die das Älterwerden nicht nur erträglicher, sondern tatsächlich sonniger und zufriedener macht. Herbst bedeutet auch Ernte. Es ist schön, wenn man die Früchte seiner Arbeit und seines Lebens als Segnungen Gottes „ernten“ und genießen kann. Darum ist der Herbst auch eine Zeit des Dankens – der Schlüssel zur Zufriedenheit und des inneren Gleichgewichts. Wer ein wenig nachdenkt, findet immer Gründe, dankbar zu sein – und nicht zuletzt auch Gott zu danken, dem Geber aller guten Gaben, wie es in einem Lied von Matthias Claudius (1783) heißt: „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn.“

Zum Bibelvers: Sprüche 20,29

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