Andacht 13.10.2026
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Bibel
Glauben

12. Okt. 2026 22:01Thomas Lobitz

Andacht 13.10.2026

Gedanken zum Thema: Schuld

Das Reich Gottes ist eine Abrechnung? Das klingt zunächst befremdlich. Doch das Gleichnis vom sogenannten Schalksknecht leitet Jesus mit dieser Aussage ein. Zuvor fragte ihn Petrus: „‚Herr, wie oft soll ich jemandem vergeben, der mir unrecht tut? Sieben Mal?‘ ‚Nein!‘, antwortete Jesus, ‚siebzigmal sieben Mal!‘“ (V. 21–22 NLB). Um dies zu erklären, beginnt Jesus sein Gleichnis mit der Schilderung einer Abrechnung. Der Mann, der dem König eine große Geldsumme schuldete, war nicht in der Lage, die Schuld aus seinen verfügbaren Mitteln zu begleichen, weshalb der König ihn aufforderte, seine Familie und seinen gesamten Besitz zu verkaufen, um mit dem Erlös die Schulden zu tilgen. Voller Verzweiflung warf sich der Bedienstete vor dem König nieder und bat um Aufschub. Der König hatte Mitleid und erließ ihm die Schulden.

Normalerweise lesen wir jetzt weiter und erfahren, dass der Bedienstete – der Schalksknecht – nichts daraus gelernt hatte und einem anderen, der ihm eine kleine Summe schuldete, die Schulden nicht erließ. Jesus wollte damit verdeutlichen, dass die Vergebungsbereitschaft Gottes auch in uns die Bereitschaft wecken soll, anderen zu vergeben.

Wichtig ist aber noch etwas anderes: Die Schuld wird benannt (viel Geld). Offenbar muss zuerst die Einsicht kommen, worin die Schuld besteht. Eine bloße Vergebung ohne diese Einsicht hätte ihr Ziel verfehlt. Wenn zum Beispiel bei einem Ehebruch die Schuld vertuscht, kleingeredet oder gerechtfertigt wird, kann eine Beziehung nicht heilen. Erst durch eine klare Benennung von Schuld, verbunden mit der Einsicht und dem Eingeständnis, verletzend gehandelt zu haben, öffnet sich die Tür zu einer wirksamen Vergebung, die manchmal mit einer schwierigen Aufarbeitung der Schuld verbunden sein kann.

Auch in den biblischen Schilderungen vom göttlichen Gericht werden „Bücher aufgeschlagen“ (vgl. Dan 7,10; Offb 20,12) – es wird nicht so getan, als sei nichts geschehen. Auf diese Weise können auch wir die göttliche Vergebung besser verstehen und würdigen.

Zum Bibelvers: Matthäus 18,23–24

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