Andacht 14.09.2026
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Bibel
Glauben

13. Sep. 2026 22:01Stephanie Kelm

Andacht 14.09.2026

Gedanken zum Thema: Heilen

Sie schiebt sich durch die Menge zu Jesus, um seinen Saum zu berühren und nach zwölf Jahren Blut und Leid endlich gesund zu werden. Dann will sie wieder gehen. Still und ohne großen Wirbel.

Zunächst geht ihr Plan auf. Es gelingt ihr, in Jesu Nähe zu kommen. Ihre Fingerspitzen erreichen Jesu Rock. Sofort spürt sie: „Ich bin geheilt!“ Sie hat ihr Ziel erreicht. Jetzt kann sie ins Leben zurückkehren.

Doch Jesus lässt ihr den stillen Abgang nicht. Auf seine Frage „Wer hat mich berührt?“ tritt sie schließlich zitternd hervor und erzählt ihre Geschichte – mit gesenktem Blick, so stelle ich es mir vor.

Dann redet Jesus. Seine Worte entlasten, umarmen, erheben sie. „Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage!“ (Mk 5,34).

Spätestens jetzt sehen sie sich in die Augen. Spätestens jetzt wagt die Frau es, auf- und Jesus anzuschauen. Spätestens jetzt ist sie wirklich eine Befreite.

Was mag Jesu Blick ihr bedeutet haben? Ihr, der Unreinen, Leidenden und Ausgeschlossenen. Ihr, die sie bisher nur mitleidig, verächtlich oder gar nicht angesehen wurde. Jesu Blick ist zugewandt, freundlich und aufmunternd. Es ist ein Alles-ist-gut-Blick, ein Ich-mag-dich-Blick. Für sie, nur für sie!

Fast beneide ich die Frau um ihren Blickkontakt mit Jesus. Ich sehne mich nach solch einer Begegnung mit Gott. Unsere Blicke finden sich viel zu selten.

Zugleich weiß ich: Auch mir spricht Gott Worte zu. Auch mich hat er angesehen. Die Frau hatte nur diesen einen Moment.

Mir fällt ein Segen ein. Gott selbst gab ihn an Mose weiter. So sollte Mose die Israeliten segnen. Und Gottes Worte, die er Mose in den Mund legte, berühren mich. Mose sagte: „Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden“ (4 Mo 6,25–26).

Vielleicht taucht in diesem Segen nicht umsonst zweimal Gottes Angesicht, Gottes Gesicht auf – und damit auch Gottes Blick. Gottes Blick, der über mir leuchtet. Und Gottes Blick, der auf mir ruht. Und auf dir. Gnädig und friedevoll.

Zum Bibelvers: Markus 5,30

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