
21. Apr. 2026 22:01Thomas Lobitz
Andacht 22.04.2026
Gedanken zum Thema: Prüfen
Der 19. April 1993 war ein blutiger Tag für die texanische Stadt Waco. Nach 51-tägiger Belagerung stürmte die Polizei das Hauptquartier der Davidianer, einer radikal-apokalyptischen Sekte. Ihnen wurden schwere Straftaten vorgeworfen, unter anderem Kindesmissbrauch. Ihr Anführer David Koresh – mit bürgerlichem Namen Vernon Howell – und weitere 81 Menschen kamen bei der Erstürmung ums Leben oder töteten sich selbst. Viele Menschen waren damals fassungslos, wie es einem Scharlatan gelingen konnte, so viele Menschen von seiner verqueren Weltsicht zu überzeugen und an sich zu binden.
Dem Jünger Thomas wäre das nicht passiert. Denn er prüfte, bevor er glaubte. Als die anderen Jünger ihm erzählten, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben, antwortete er: „Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe“ (Joh 20,25 Hfa). Er nahm die Worte Jesu ernst, der warnte, dass sich Menschen als Christus ausgeben würden und sogar Zeichen und Wunder vollbringen, „um – wenn möglich – sogar die Auserwählten Gottes irrezuführen“ (Mt 24,24 Hfa). Auch mangelnde Loyalität konnte man ihm nicht nachsagen. Als Jesus einmal nach Judäa gehen wollte, obwohl man ihm dort die Steinigung angedroht hatte (Joh 11,7–8) und die Jünger Bedenken äußerten, sagte Thomas: „Lasst uns mit Jesus nach Judäa gehen und dort mit ihm sterben“ (V. 16 Hfa).
Viele intelligente Menschen folgen leichtgläubig Menschen mit Ausstrahlung, die fromm reden, von angeblichen Erfahrungen mit Gott berichten oder sogar vermeintliche Wunder tun. Wie soll man das durchschauen, wenn man es nicht prüft? Wer hinterfragt, ist manchmal treuer und mutiger als andere, weil er weiß, worauf er sich einlässt.
Nach der Auferstehung hatte Thomas als einziger Jünger Jesus noch nicht gesehen. Als er ihm begegnete, äußerte er seinen Wunsch, die Wundmale zu sehen. Jesus lehnte nicht ab, sondern zeigte sie ihm bereitwillig. Sogleich bekannte Thomas: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28). Er prüfte, entdeckte das Gute – den echten Christus – und bekannte ihn sogleich. So befolgte er den Rat von Paulus, ohne ihn zu kennen. Und weil wir Jesus nicht sehen können, gilt seine nachfolgende Bemerkung vor allem uns: „Wie glücklich können sich erst die schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!“ (V. 29 Hfa).
Zum Bibelvers: 1. Thessalonicher 5,21
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Prüfen
Der 19. April 1993 war ein blutiger Tag für die texanische Stadt Waco. Nach 51-tägiger Belagerung stürmte die Polizei das Hauptquartier der Davidianer, einer radikal-apokalyptischen Sekte. Ihnen wurden schwere Straftaten vorgeworfen, unter anderem Kindesmissbrauch. Ihr Anführer David Koresh – mit bürgerlichem Namen Vernon Howell – und weitere 81 Menschen kamen bei der Erstürmung ums Leben oder töteten sich selbst. Viele Menschen waren damals fassungslos, wie es einem Scharlatan gelingen konnte, so viele Menschen von seiner verqueren Weltsicht zu überzeugen und an sich zu binden.
Dem Jünger Thomas wäre das nicht passiert. Denn er prüfte, bevor er glaubte. Als die anderen Jünger ihm erzählten, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben, antwortete er: „Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe“ (Joh 20,25 Hfa). Er nahm die Worte Jesu ernst, der warnte, dass sich Menschen als Christus ausgeben würden und sogar Zeichen und Wunder vollbringen, „um – wenn möglich – sogar die Auserwählten Gottes irrezuführen“ (Mt 24,24 Hfa). Auch mangelnde Loyalität konnte man ihm nicht nachsagen. Als Jesus einmal nach Judäa gehen wollte, obwohl man ihm dort die Steinigung angedroht hatte (Joh 11,7–8) und die Jünger Bedenken äußerten, sagte Thomas: „Lasst uns mit Jesus nach Judäa gehen und dort mit ihm sterben“ (V. 16 Hfa).
Viele intelligente Menschen folgen leichtgläubig Menschen mit Ausstrahlung, die fromm reden, von angeblichen Erfahrungen mit Gott berichten oder sogar vermeintliche Wunder tun. Wie soll man das durchschauen, wenn man es nicht prüft? Wer hinterfragt, ist manchmal treuer und mutiger als andere, weil er weiß, worauf er sich einlässt.
Nach der Auferstehung hatte Thomas als einziger Jünger Jesus noch nicht gesehen. Als er ihm begegnete, äußerte er seinen Wunsch, die Wundmale zu sehen. Jesus lehnte nicht ab, sondern zeigte sie ihm bereitwillig. Sogleich bekannte Thomas: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28). Er prüfte, entdeckte das Gute – den echten Christus – und bekannte ihn sogleich. So befolgte er den Rat von Paulus, ohne ihn zu kennen. Und weil wir Jesus nicht sehen können, gilt seine nachfolgende Bemerkung vor allem uns: „Wie glücklich können sich erst die schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!“ (V. 29 Hfa).
Zum Bibelvers: 1. Thessalonicher 5,21
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