Andacht 03.02.2026
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Bibel
Glauben

2. Feb. 2026 23:01Thomas Lobitz

Andacht 03.02.2026

Neulich habe ich in der Gemeinde den Satz gehört: „Gott ist ein Gott der Ordnung.“ Dieser Satz steht zwar so nicht in der Bibel, aber irgendwie stimmt er doch. Was Gott unter Ordnung versteht, erkennt man am besten, wenn man sich ansieht, was er geschaffen hat. Im Blick auf die Schöpfung lässt sich feststellen, dass es Naturgesetze gibt, die alles am Laufen halten. Gleichwohl ist die Natur von einer schier unendlichen Vielfalt geprägt – an Lebewesen, Formen, Farben, Landschaften, Ökosystemen. Wenn Menschen Ordnung definieren, denken sie oft an Uniformen, Schubladen, Gleichschritt. Doch es gibt andere Beispiele: Die Straßenverkehrsordnung lässt die Vielfalt der Verkehrsmittel zu, regelt aber deren Zusammenspiel.

Kluge Ordnungen vermeiden Konflikte und fördern den Frieden. Zum Beispiel bewahrt die Einhaltung der Zehn Gebote die Menschen vor den gröbsten Schäden in ihrem Leben (und Glauben). Ohne Mord, Diebstahl, Verleumdung und Untreue gäbe es weniger Konflikte. Und wenn der Name Gottes nicht für eigene Zwecke missbraucht wird, verringert sich die ­Gefahr, andere Gläubige mit fromm klingenden Aus­sagen zu manipulieren.

Gemeindeordnungen sind dann gut, wenn sie ­Vielfalt zulassen und in sinnvolle Bahnen lenken. Ein Beispiel dafür ist 1. Korinther 14. Hier geht es darum, dass die geistlichen Gaben (insbesondere die Zungenrede und das prophetische Reden) in der Gemeinde so zum Ausdruck kommen, dass sie der gemeinsamen Erbauung dienen. Kurz gesagt: Es sollen nicht alle einfach drauflos und durcheinander reden, sondern es soll geordnet zugehen und auch geprüft werden (V. 29.40). Dieses Prinzip lässt sich auf andere geistliche Gaben übertragen. Wer die Gabe der Lehre hat, hat deshalb nicht immer recht. Und wer die Gabe der Barmherzigkeit hat, sollte darauf achten, sich nicht völlig zu verausgaben – schon aus Selbstschutz.

Der Heilige Geist schenkt den Gläubigen vielfältige Gaben, deren Einsatz die Gemeinde bereichert. In einem geordneten Rahmen ist Vielfalt nicht nur ­erlaubt, sondern auch erwünscht (V. 39). Ein guter Ordnungsrahmen stärkt das Bewusstsein, dass alle am gleichen Strang ziehen. Das fördert den Frieden.

Zum Bibelvers: 1. Korinther 14,33

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)

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