
2. Juli 2026 22:01Klaus Kästner
Andacht 03.07.2026
Dieser Text gefällt dir nicht? Mir auch nicht. Er steht aber so in der Bibel. Es gibt Christen, die das Prinzip der Prügelstrafe in der Erziehung ihrer Kinder anwenden – eben weil die Bibel diese Empfehlung gibt. Für andere ist dieser Aufruf sehr problematisch und sie versuchen, durch eine Umdeutung des Textes den Stein des Anstoßes zu beseitigen. Dann meint man, die Aussage durch allerlei Wortakrobatik „vergeistigen“ zu können, sodass die Rute zur milden pädagogischen Maßnahme wird. Es ist nur so: Die Bibel führt uns an vielen Stellen in historische Epochen und vergangene Kulturen, in denen körperliche Bestrafung als notwendig und selbstverständlich betrachtet wurde. Man braucht nur in einer Konkordanz „schlagen“ bzw. „Schläge“ zu suchen. Eine Fülle von Bibelstellen zeigt, dass es da wirklich um schmerzhafte Angelegenheiten geht. Schläge waren schon in der Rechtsprechung Israels ein legitimes Mittel.
Unser Andachtstext aus dem Buch der Sprüche gehört zur Gattung der Weisheitsliteratur in der Bibel. Körperliche Strafen sind in der Perspektive dieser Schriften ein selbstverständliches Mittel der Erziehung. Das lässt sich an vielen Stellen belegen. Für heutige Bibelleser ist das natürlich problematisch. Es gibt aber eine einfache Lösung für das Problem. Wir müssen mit der Tatsache Ernst machen, dass wir den Schatz der Bibel „in irdenen Gefäßen“ (2 Kor 4,7) haben – Gotteswort im Menschenwort.
Menschen sind und bleiben Kinder ihrer Zeit und Kultur. So geprägte Auffassungen, Normen und Verhaltensweisen sind dem Wandel unterworfen und nicht ewig gültig. Deshalb werden auch bibeltreue Christen zum Beispiel weder Sklaverei akzeptieren noch darauf bestehen, mehrere Ehefrauen gleichzeitig haben zu dürfen. Der Strafvollzug in unserem Land verzichtet darauf, durch körperliche Schmerzen Vergeltung zu üben. Analog dazu besteht auch christliche Kindererziehung nicht darin, das Erziehungskonzept einer vergangenen Zeit heute noch anzuwenden.
Eine Umdeutung von Sprüche 13,24 erweist sich bei näherem Hinsehen als untauglicher Versuch, das Element der Gewaltanwendung zu eliminieren. Wir dürfen die Bibel getrost das sagen lassen, was sie sagt. Das verpflichtet uns keineswegs, jede biblische Aussage als Handlungsanweisung für unser Tun und Lassen heute zu verstehen.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Dieser Text gefällt dir nicht? Mir auch nicht. Er steht aber so in der Bibel. Es gibt Christen, die das Prinzip der Prügelstrafe in der Erziehung ihrer Kinder anwenden – eben weil die Bibel diese Empfehlung gibt. Für andere ist dieser Aufruf sehr problematisch und sie versuchen, durch eine Umdeutung des Textes den Stein des Anstoßes zu beseitigen. Dann meint man, die Aussage durch allerlei Wortakrobatik „vergeistigen“ zu können, sodass die Rute zur milden pädagogischen Maßnahme wird. Es ist nur so: Die Bibel führt uns an vielen Stellen in historische Epochen und vergangene Kulturen, in denen körperliche Bestrafung als notwendig und selbstverständlich betrachtet wurde. Man braucht nur in einer Konkordanz „schlagen“ bzw. „Schläge“ zu suchen. Eine Fülle von Bibelstellen zeigt, dass es da wirklich um schmerzhafte Angelegenheiten geht. Schläge waren schon in der Rechtsprechung Israels ein legitimes Mittel.
Unser Andachtstext aus dem Buch der Sprüche gehört zur Gattung der Weisheitsliteratur in der Bibel. Körperliche Strafen sind in der Perspektive dieser Schriften ein selbstverständliches Mittel der Erziehung. Das lässt sich an vielen Stellen belegen. Für heutige Bibelleser ist das natürlich problematisch. Es gibt aber eine einfache Lösung für das Problem. Wir müssen mit der Tatsache Ernst machen, dass wir den Schatz der Bibel „in irdenen Gefäßen“ (2 Kor 4,7) haben – Gotteswort im Menschenwort.
Menschen sind und bleiben Kinder ihrer Zeit und Kultur. So geprägte Auffassungen, Normen und Verhaltensweisen sind dem Wandel unterworfen und nicht ewig gültig. Deshalb werden auch bibeltreue Christen zum Beispiel weder Sklaverei akzeptieren noch darauf bestehen, mehrere Ehefrauen gleichzeitig haben zu dürfen. Der Strafvollzug in unserem Land verzichtet darauf, durch körperliche Schmerzen Vergeltung zu üben. Analog dazu besteht auch christliche Kindererziehung nicht darin, das Erziehungskonzept einer vergangenen Zeit heute noch anzuwenden.
Eine Umdeutung von Sprüche 13,24 erweist sich bei näherem Hinsehen als untauglicher Versuch, das Element der Gewaltanwendung zu eliminieren. Wir dürfen die Bibel getrost das sagen lassen, was sie sagt. Das verpflichtet uns keineswegs, jede biblische Aussage als Handlungsanweisung für unser Tun und Lassen heute zu verstehen.
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