
28. Mai 2026 22:01Georgia Busch
Andacht 29.05.2026
Jakobs Familie war eine Patchworkfamilie. Er hatte zwölf Söhne, eine Tochter und vier Frauen. Dabei gaben vor allem zwei der vier Frauen den Ton an: Lea und Rahel.
Jakob wurde von seinem Schwiegervater mehr als einmal getäuscht und verraten. Erst arbeitete er sieben Jahre umsonst für seine große Liebe Rahel, um dann nach der Hochzeitsnacht festzustellen, dass ihm die ältere Schwester Lea zur Frau gegeben worden war. Daraufhin arbeitete er weitere sieben Jahre, um endlich Rahel heiraten zu können. Mit seinen zwei Hauptfrauen und den zwei Mägden seiner Frauen zeugte er insgesamt dreizehn Kinder: sieben Kinder mit Lea und zwei mit Leas Magd; zwei Kinder mit Rahels Magd und schließlich zwei Kinder mit Rahel. Kein Wunder, dass daraus einige Konflikte erwuchsen. Die Probleme zwischen den Frauen wurden an ihre Kinder weitergereicht.
Betrachten wir jedoch den unfassbaren Konflikt zwischen Jakob und seinem Bruder Esau, dann stellen wir fest, dass es bereits seit zwei Generationen heiß herging. Schon ihr Vater Isaak, der verheißene Sohn Abrahams, und ihr Onkel Ismael – der Sohn des menschlichen Nachhelfens – waren verstritten.
Was für eine Familie. Das wahre Leben – weit entfernt von allem, was uns als Christen heilig ist. Jakobs Familiengeschichte lässt sich eben nicht schönreden.
Trotz aller Vorprägung und aller Einflüsse können wir Menschen fast immer eine eigene Entscheidung treffen. Gott hat uns einen freien Willen geschenkt, durch den wir uns als Menschen und Geschöpfe Gottes auszeichnen. Niemand ist gezwungen, die Geschichte seiner Eltern fortzusetzen.
Jeder kann eine neue Geschichte schreiben. Jeder, der möchte, kann neu anfangen und den Kreislauf der Gewalt, den Kreislauf der Schuld und das Dramadreieck von Opfer, Täter und Retter durchbrechen. Manchmal sind wir dabei jedoch auch auf Hilfe von außen angewiesen.
Die Geschichte unserer Vorfahren prägt uns, und doch ist niemand gezwungen, das begonnene Spiel fortzuführen. Wir können Nein sagen, unseren eigenen Weg suchen, finden und auf ihm gehen.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Jakobs Familie war eine Patchworkfamilie. Er hatte zwölf Söhne, eine Tochter und vier Frauen. Dabei gaben vor allem zwei der vier Frauen den Ton an: Lea und Rahel.
Jakob wurde von seinem Schwiegervater mehr als einmal getäuscht und verraten. Erst arbeitete er sieben Jahre umsonst für seine große Liebe Rahel, um dann nach der Hochzeitsnacht festzustellen, dass ihm die ältere Schwester Lea zur Frau gegeben worden war. Daraufhin arbeitete er weitere sieben Jahre, um endlich Rahel heiraten zu können. Mit seinen zwei Hauptfrauen und den zwei Mägden seiner Frauen zeugte er insgesamt dreizehn Kinder: sieben Kinder mit Lea und zwei mit Leas Magd; zwei Kinder mit Rahels Magd und schließlich zwei Kinder mit Rahel. Kein Wunder, dass daraus einige Konflikte erwuchsen. Die Probleme zwischen den Frauen wurden an ihre Kinder weitergereicht.
Betrachten wir jedoch den unfassbaren Konflikt zwischen Jakob und seinem Bruder Esau, dann stellen wir fest, dass es bereits seit zwei Generationen heiß herging. Schon ihr Vater Isaak, der verheißene Sohn Abrahams, und ihr Onkel Ismael – der Sohn des menschlichen Nachhelfens – waren verstritten.
Was für eine Familie. Das wahre Leben – weit entfernt von allem, was uns als Christen heilig ist. Jakobs Familiengeschichte lässt sich eben nicht schönreden.
Trotz aller Vorprägung und aller Einflüsse können wir Menschen fast immer eine eigene Entscheidung treffen. Gott hat uns einen freien Willen geschenkt, durch den wir uns als Menschen und Geschöpfe Gottes auszeichnen. Niemand ist gezwungen, die Geschichte seiner Eltern fortzusetzen.
Jeder kann eine neue Geschichte schreiben. Jeder, der möchte, kann neu anfangen und den Kreislauf der Gewalt, den Kreislauf der Schuld und das Dramadreieck von Opfer, Täter und Retter durchbrechen. Manchmal sind wir dabei jedoch auch auf Hilfe von außen angewiesen.
Die Geschichte unserer Vorfahren prägt uns, und doch ist niemand gezwungen, das begonnene Spiel fortzuführen. Wir können Nein sagen, unseren eigenen Weg suchen, finden und auf ihm gehen.
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