
1. Feb. 2026 23:01Stephanie Kelm
Andacht 02.02.2026
Gedanken zum Thema: Eisherz
Ein Eisregen hat die Landschaft verwandelt. Als ich am nächsten Tag durch den Wald gehe, glänzt es überall. Die Zweige sind mit Eis überzogen. An vielen hängen festgefrorene Tropfen.
Wie bizarr das alles ist, wie schön. Alles ist ummantelt, wie von feinem Glas umhüllt. Jede kleine Unebenheit des Zweiges ist zu erkennen, auch die Knospen, die schon auf den nächsten Frühling warten.
Es ist eine Landschaft in Warteposition. Heute wird das Eis nicht schmelzen, dafür ist es zu kalt. Würde ich anfangen, die dünnen Zweige aus dem Eis zu lösen oder die Knospen freizulegen, würde ich ihnen nicht helfen, sondern sie stattdessen zerstören.
Manches in meinem Leben versuche ich mit Gewalt zu lösen. Dann denke ich verbissen: Das muss doch gehen, und strenge mich noch ein bisschen mehr an. Denn bei anderen geht es doch auch. Doch wenn ich ehrlich bin, dann wehrt sich alles in mir. Ich bin noch nicht so weit.
Warteposition. Vielleicht muss mein Eis noch tauen. Vielleicht schadet eine Gewaltaktion meinem Herzen. Vielleicht machen mich zu viel Disziplin und selbst auferlegte Regeln kaputt. Vielleicht darf ich so sein, wie ich noch bin. Vereist.
Was hilft meinem Herzen, wenn es von einem Eispanzer umgeben ist? Wenn mein Herz so vor mir liegen würde, würde ich doch nicht mit der Brechstange herangehen!
Nein, ich würde mein Herz in die Nähe der Heizung legen, vielleicht den Föhn holen oder es einfach in meine warme Hand nehmen. Und dann würde ich es halten, drehen und wenden, es abtrocknen, weiterhalten. Bis der Eispanzer aufgetaut ist.
Mein Herz ist in Gottes Hand. Vertraue ich ihm, dass er mein Eisherz hält? Glaube ich ihm, dass er es nach und nach auftauen wird? Vielleicht sehe ich keine große Veränderung, merke nur: Da ist noch viel, viel Eis.
Mit Gewalt geht es nicht. Gottes warme, liebevolle Hand muss mein Eis schmelzen. Und sie tut es. Ich kann nur stillhalten, mich in seine Hand legen, seine Wärme aufnehmen. Das wird mein Herz auftauen. Nicht mein Tun. Danke, Gott!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Eisherz
Ein Eisregen hat die Landschaft verwandelt. Als ich am nächsten Tag durch den Wald gehe, glänzt es überall. Die Zweige sind mit Eis überzogen. An vielen hängen festgefrorene Tropfen.
Wie bizarr das alles ist, wie schön. Alles ist ummantelt, wie von feinem Glas umhüllt. Jede kleine Unebenheit des Zweiges ist zu erkennen, auch die Knospen, die schon auf den nächsten Frühling warten.
Es ist eine Landschaft in Warteposition. Heute wird das Eis nicht schmelzen, dafür ist es zu kalt. Würde ich anfangen, die dünnen Zweige aus dem Eis zu lösen oder die Knospen freizulegen, würde ich ihnen nicht helfen, sondern sie stattdessen zerstören.
Manches in meinem Leben versuche ich mit Gewalt zu lösen. Dann denke ich verbissen: Das muss doch gehen, und strenge mich noch ein bisschen mehr an. Denn bei anderen geht es doch auch. Doch wenn ich ehrlich bin, dann wehrt sich alles in mir. Ich bin noch nicht so weit.
Warteposition. Vielleicht muss mein Eis noch tauen. Vielleicht schadet eine Gewaltaktion meinem Herzen. Vielleicht machen mich zu viel Disziplin und selbst auferlegte Regeln kaputt. Vielleicht darf ich so sein, wie ich noch bin. Vereist.
Was hilft meinem Herzen, wenn es von einem Eispanzer umgeben ist? Wenn mein Herz so vor mir liegen würde, würde ich doch nicht mit der Brechstange herangehen!
Nein, ich würde mein Herz in die Nähe der Heizung legen, vielleicht den Föhn holen oder es einfach in meine warme Hand nehmen. Und dann würde ich es halten, drehen und wenden, es abtrocknen, weiterhalten. Bis der Eispanzer aufgetaut ist.
Mein Herz ist in Gottes Hand. Vertraue ich ihm, dass er mein Eisherz hält? Glaube ich ihm, dass er es nach und nach auftauen wird? Vielleicht sehe ich keine große Veränderung, merke nur: Da ist noch viel, viel Eis.
Mit Gewalt geht es nicht. Gottes warme, liebevolle Hand muss mein Eis schmelzen. Und sie tut es. Ich kann nur stillhalten, mich in seine Hand legen, seine Wärme aufnehmen. Das wird mein Herz auftauen. Nicht mein Tun. Danke, Gott!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)



