
5. Juni 2026 22:01Gerhard Zahalka †
Andacht 06.06.2026
Gedanken zum Thema: Weg
Im 90 Meter hohen Kirchturm von Nördlingen, 1490 vollendet und von den Einwohnern liebevoll „Daniel“ genannt, ist eine Wohnung für den Türmer eingebaut. Von dieser hoch gelegenen Stube aus hatten es die Nachtwächter einst nicht weit zur Wehrplatte, um dort ihren nächtlichen Rundgang zu machen. Stunde um Stunde sangen sie ihr christlich geprägtes Lied:
„Hört, ihr Leut’, und lasst euch sagen, unsre Glock hat zehn geschlagen. Zehn Gebote setzt Gott ein; gib, dass wir gehorsam sein. Menschenwachen kann nichts nützen, Gott muss wachen, Gott muss schützen. Herr, durch deine Güt’ und Macht gib uns eine gute Nacht.
Hört, ihr Leut’, und lasst euch sagen, unsre Glock hat elf geschlagen. Elf der Jünger blieben treu; hilf, dass wir im Tod ohn’ Reu!
Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen, unsre Glock hat zwölf geschlagen. Zwölf, das ist das Ziel der Zeit, Mensch, bedenk die Ewigkeit!
Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen, unsre Glock hat eins geschlagen. Eins ist nur der ew’ge Gott, der uns trägt aus aller Not.
Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen, unsre Glock hat zwei geschlagen. Zwei Weg’ hat der Mensch vor sich, Herr, den rechten führe mich!“
Als junger Mensch meint man, die Wegstrecke des Lebens sei unermesslich lang. Im Alter erkennt man, dass der vor uns liegende Weg rasch kürzer wird, und wir spüren, wie schnell wir auf unserer Lebensbahn dahingleiten.
In der Bergpredigt sprach Jesus vom breiten und vom schmalen Lebensweg. Verwechseln kann man sie nicht, wohl aber mit der Mehrheit unwissentlich auf dem breiten Weg unterwegs sein, denn die Tür, die zum Leben führt, ist eng, und der Weg dorthin ist schmal. Deshalb gehen ihn nur wenige, sagt der heutige Bibeltext.
Ich habe mich für den schmalen Weg entschieden, und es wäre wunderbar, wenn wir hier Weggefährten wären und gemeinsam singen könnten: „Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland“ (WLG 320). Jesus will uns auch heute vorangehen. Folgen wir ihm!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Weg
Im 90 Meter hohen Kirchturm von Nördlingen, 1490 vollendet und von den Einwohnern liebevoll „Daniel“ genannt, ist eine Wohnung für den Türmer eingebaut. Von dieser hoch gelegenen Stube aus hatten es die Nachtwächter einst nicht weit zur Wehrplatte, um dort ihren nächtlichen Rundgang zu machen. Stunde um Stunde sangen sie ihr christlich geprägtes Lied:
„Hört, ihr Leut’, und lasst euch sagen, unsre Glock hat zehn geschlagen. Zehn Gebote setzt Gott ein; gib, dass wir gehorsam sein. Menschenwachen kann nichts nützen, Gott muss wachen, Gott muss schützen. Herr, durch deine Güt’ und Macht gib uns eine gute Nacht.
Hört, ihr Leut’, und lasst euch sagen, unsre Glock hat elf geschlagen. Elf der Jünger blieben treu; hilf, dass wir im Tod ohn’ Reu!
Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen, unsre Glock hat zwölf geschlagen. Zwölf, das ist das Ziel der Zeit, Mensch, bedenk die Ewigkeit!
Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen, unsre Glock hat eins geschlagen. Eins ist nur der ew’ge Gott, der uns trägt aus aller Not.
Hört, ihr Herrn, und lasst euch sagen, unsre Glock hat zwei geschlagen. Zwei Weg’ hat der Mensch vor sich, Herr, den rechten führe mich!“
Als junger Mensch meint man, die Wegstrecke des Lebens sei unermesslich lang. Im Alter erkennt man, dass der vor uns liegende Weg rasch kürzer wird, und wir spüren, wie schnell wir auf unserer Lebensbahn dahingleiten.
In der Bergpredigt sprach Jesus vom breiten und vom schmalen Lebensweg. Verwechseln kann man sie nicht, wohl aber mit der Mehrheit unwissentlich auf dem breiten Weg unterwegs sein, denn die Tür, die zum Leben führt, ist eng, und der Weg dorthin ist schmal. Deshalb gehen ihn nur wenige, sagt der heutige Bibeltext.
Ich habe mich für den schmalen Weg entschieden, und es wäre wunderbar, wenn wir hier Weggefährten wären und gemeinsam singen könnten: „Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland“ (WLG 320). Jesus will uns auch heute vorangehen. Folgen wir ihm!
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