Andacht 09.01.2026
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Bibel
Glauben

8. Jan. 2026 23:01Costel Cosman

Andacht 09.01.2026

Gedanken zum Thema: Herausforderungen

Krisenmodus war das Wort des Jahres 2023. Das Jahr war von Krieg, Naturkatastrophen und Inflation geprägt. Die Ereignisse im Nahen Osten erschüttern zurzeit die Welt. In der Ukraine geht das Drama leider weiter. Noch präsenter im Kopf sind unsere alltäglichen Herausforderungen, die uns müde und kaputt machen. Zumindest gefühlt sind wir permanent im Krisenmodus – wir versuchen in unserem persönlichen Leben, ein Feuer nach dem anderen zu löschen und manchmal alle auf einmal. Was macht man, wenn man das Gefühl hat, nicht mehr Schritt halten zu können, vom Leben einfach überrollt zu werden?

In den Klageliedern beschreibt Jeremia das bittere Schicksal der Einwohner von Judäa, die in Jerusalem getötet oder nach Babylon in Gefangenschaft verschleppt wurden. Für ihn ist es kaum zu ertragen. „Gibt es denn ein größeres Leid als meines?“, fragt er sich in Klagelieder 1,12 (Hfa). Unser Leid im Hier und Jetzt scheint oft so viel größer als alles andere zu sein und lenkt unsere ganze Aufmerksamkeit auf sich. Und auch Jeremia klagt, aber mitten in seiner Klage will er „Hoffnung fassen“. Er lässt sich nicht von Traurigkeit und Unmut überwältigen, sondern richtet seinen Blick weg von seinen Schmerzen hin auf Gott. Jeremia vertraut darauf, dass Gott barmherzig ist. Seine Barmherzigkeit „ist jeden Morgen neu“. Wie meint er das eigentlich?

Ich verstehe es so: Gott wird nicht müde, uns mit Güte und Wohlwollen zu begegnen. Jeden Tag aufs Neue nimmt er uns an die Hand und begleitet uns. Von seinem Thron im Himmel lächelt er uns freundlich zu, und zwar an jedem neuen Tag. Jeden Morgen gibt er uns neue Kraft. Er stellt uns neue Ressourcen zur Verfügung: unser tägliches Brot, ein gutes Wort aus der Bibel, das uns ermutigt und motiviert, Menschen, die uns zur Seite stehen, und vieles mehr.

Gott ist barmherzig und treu. Darauf zu vertrauen hat Jeremia damals in seinem Leid geholfen. Das war sein „Krisenmodus“. Genauso kann diese Erkenntnis auch uns heute in Zeiten des Unmuts und der Unsicherheit zum Licht werden.

Zum Bibelvers: Klagelieder 3,21–23

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