Andacht 11.02.2026
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Bibel
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10. Feb. 2026 23:01Sylvia Renz

Andacht 11.02.2026

Gedanken zum Thema: Ticket

Wer in Moskau U-Bahn fahren möchte und keine dreißig Rubel (etwa dreißig Cent) zur Hand hat, kann sein Ticket mit einer ganz anderen Währung bezahlen: mit vollem Körpereinsatz. In der Metrostation Wysta-Wotschnaja steht ein Automat mit Sensoren. Vor diesem Automaten soll der Fahrgast innerhalb von zwei Minuten 30 Kniebeugen machen. Wer das schafft, erhält ein Freiticket. Allerdings müssen die Kniebeugen der Olympianorm entsprechen. Und das ist ziemlich strapaziös. Trotzdem versuchen es viele. Das erste Freiticket verdiente sich die Turnerin Jelena Samolodt­schikowa, die bei den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 zweimal Gold errungen hatte – eine ­reife Leistung.

So mancher Christ meint, er könne sich ein Ticket in den Himmel durch eigene Anstrengung erkämpfen, schließlich erlebten wir ja ständig den Kampf ­zwischen Gut und Böse. Hier seien Willenskraft und eiserne Selbstbeherrschung gefragt. Zähne zusammenbeißen und verzichten – auf Träume, auf Genuss, vielleicht auch auf eine Karriere? Dabei hat Paulus in seinem Brief an die Epheser beteuert, dass wir nicht aufgrund guter Taten gerettet, „damit sich niemand etwas darauf einbilden kann. Denn wir sind Gottes Schöpfung. Er hat uns in Christus Jesus neu geschaffen, damit wir die guten Taten ausführen, die er für unser Leben vorbereitet hat“ (Eph 2,9–10 NLB). Für unser Freiticket in den Himmel brauchen wir uns nicht vor einem Automaten abzustrampeln.

Gott bietet uns an, als Olympiasieger neu geschaffen zu werden. Die guten Taten, die liebevollen Gedanken, Worte und Gesten wurden von Jesus schon längst für uns vorbereitet. Sein guter Geist möchte uns leiten und dazu befähigen, im richtigen Moment das Richtige zu tun. Nicht mit zusammengebissenem Kiefer und gequältem Gesichtsausdruck, sondern aus Liebe, weil es uns zur zweiten Natur geworden ist, unsere Knie zu beugen. Freilich wird das manchmal auch Mühe kosten, Zeit und Kraft, Hirnschmalz und Verzicht auf die eigenen Pläne. Unser Ego wird dabei vielleicht vom Thron geschubst, weil darauf längst ein anderer Platz genommen hat: Jesus, unser Herr. Ihm steht er zu.

Zum Bibelvers: Epheser 2,8

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