
10. Aug. 2026 22:01Roland Fischer
Andacht 11.08.2026
Gedanken zum Thema: Bitten
Matthäus beginnt sein Evangelium mit der Geburt Jesu, seiner Taufe, der Versuchung und der Berufung der Jünger. Dann berichtet er vom ersten öffentlichen Auftreten Jesu, gefolgt von der Bergpredigt – drei Kapitel voll Reden von Jesus (vgl. Mt 5–7)! Matthäus bezeugt Jesus als den großen Lehrer: „Er lehrte sie mit Vollmacht“ (Mt 7,29).
Unmittelbar danach, beginnend mit Kapitel acht, stellt Matthäus Jesus als den großen Heiler und Wundertäter vor. Mit einem ersten, weiten Blick auf den Text kann Jesus als persönlicher Lehrer und Heiler erkannt werden.
Ein zweiter Blick richtet sich auf die im Andachtstext geschilderte Begebenheit. Ein Aussätziger wendet sich mit einer Bitte an Jesus: Er will rein, also gesund werden. Jesus heilt ihn und der Aussätzige wird gesund. In Matthäus’ knappem Bericht klingt das wie selbstverständlich. Vielleicht hatte der Mann schon von Jesus gehört. Erstaunlich ist jedenfalls, dass er sich als Unreiner unter so viele Menschen wagt. Er scheint Vertrauen in Jesus zu haben. Matthäus betont immer wieder, dass Menschen zu Jesus kommen und ihn um etwas bitten.
Auch wir heute dürfen vertrauensvoll zu Jesus kommen und unsere Bitten an ihn richten – ganz selbstverständlich. Wissen wir doch heute viel mehr über Jesus als dieser Aussätzige.
Der dritte Blick ist noch genauer. Der Kranke sagt: „Herr, wenn du willst, kannst du …“. Wenn du willst – dieser Aspekt gehört auch zum Bitten dazu. Gläubige werden immer wieder aufgefordert, nach dem Willen Gottes zu fragen. Im Vaterunser heißt es: „Dein Wille geschehe“ (Mt 6,10). Jesus selbst bat Gott: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir“ (Lk 22,42). Im Fall des Aussätzigen war die Antwort Jesu: „Ich will’s.“ Aber nicht immer ist das die Antwort Gottes. Paulus bat Jesus auch um Heilung, aber für ihn war die Antwort eine andere: „Lass dir an meiner Gnade genügen“ (2 Kor 12,9). Wenn Menschen nach dem Willen Gottes fragen, kann die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen, das muss man akzeptieren.
Doch wir können uns getrost Matthäus’ Ansinnen anschließen: Wir dürfen Jesus vertrauensvoll um etwas bitten, weil er es gut mit uns meint. Sein Wille ist das Beste für uns!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Bitten
Matthäus beginnt sein Evangelium mit der Geburt Jesu, seiner Taufe, der Versuchung und der Berufung der Jünger. Dann berichtet er vom ersten öffentlichen Auftreten Jesu, gefolgt von der Bergpredigt – drei Kapitel voll Reden von Jesus (vgl. Mt 5–7)! Matthäus bezeugt Jesus als den großen Lehrer: „Er lehrte sie mit Vollmacht“ (Mt 7,29).
Unmittelbar danach, beginnend mit Kapitel acht, stellt Matthäus Jesus als den großen Heiler und Wundertäter vor. Mit einem ersten, weiten Blick auf den Text kann Jesus als persönlicher Lehrer und Heiler erkannt werden.
Ein zweiter Blick richtet sich auf die im Andachtstext geschilderte Begebenheit. Ein Aussätziger wendet sich mit einer Bitte an Jesus: Er will rein, also gesund werden. Jesus heilt ihn und der Aussätzige wird gesund. In Matthäus’ knappem Bericht klingt das wie selbstverständlich. Vielleicht hatte der Mann schon von Jesus gehört. Erstaunlich ist jedenfalls, dass er sich als Unreiner unter so viele Menschen wagt. Er scheint Vertrauen in Jesus zu haben. Matthäus betont immer wieder, dass Menschen zu Jesus kommen und ihn um etwas bitten.
Auch wir heute dürfen vertrauensvoll zu Jesus kommen und unsere Bitten an ihn richten – ganz selbstverständlich. Wissen wir doch heute viel mehr über Jesus als dieser Aussätzige.
Der dritte Blick ist noch genauer. Der Kranke sagt: „Herr, wenn du willst, kannst du …“. Wenn du willst – dieser Aspekt gehört auch zum Bitten dazu. Gläubige werden immer wieder aufgefordert, nach dem Willen Gottes zu fragen. Im Vaterunser heißt es: „Dein Wille geschehe“ (Mt 6,10). Jesus selbst bat Gott: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir“ (Lk 22,42). Im Fall des Aussätzigen war die Antwort Jesu: „Ich will’s.“ Aber nicht immer ist das die Antwort Gottes. Paulus bat Jesus auch um Heilung, aber für ihn war die Antwort eine andere: „Lass dir an meiner Gnade genügen“ (2 Kor 12,9). Wenn Menschen nach dem Willen Gottes fragen, kann die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen, das muss man akzeptieren.
Doch wir können uns getrost Matthäus’ Ansinnen anschließen: Wir dürfen Jesus vertrauensvoll um etwas bitten, weil er es gut mit uns meint. Sein Wille ist das Beste für uns!
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