Andacht 12.07.2026
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Bibel
Glauben

11. Juli 2026 22:01Stephanie Kelm

Andacht 12.07.2026

Gedanken zum Thema: Wünsche

Ich sehe mich immer noch in Schweden am See sitzen, mein Notizbuch in der Hand. Ich bin unruhig, wälze Gedanken, komme irgendwie nicht an. Ich hoffe auf einen Sabbatmorgen, der mir Ruhe in die Seele spült.

Mir kommt der Gedanke: Was wünsche ich mir von Gott? Schnell habe ich einiges aufgeschrieben. Halt, Trost, Nähe, Segen, Führung, Frieden, Stärke. Dass Gott sich in meinem Leben mächtig zeigt, dazu Flügel, damit ich nicht so am Boden klebe.

Plötzlich stellt sich mir eine zweite Frage. Stellt Gott sie mir? „Was wünschst du dir mit mir?“ Mit Gott – diese Antworten fallen anders aus. Ich wünsche mir mit Gott Leben, Verbundenheit, Vertrauen, gute Erfahrungen. Und ich merke, wenn dieses Mit-Gott passt, brauche ich vielleicht gar nicht so viel von ihm?

Die nächste Frage, die auftaucht, überrascht mich. Die Antworten noch viel mehr. Was wünscht sich Gott von mir? Früher hätte ich schnell Antworten gewusst. Richtig gewesen wären sie nicht. Ich habe mir damit lange das Leben schwer gemacht.

Was wünscht sich Gott von mir? – Die ersten drei Worte, die ich hier am See in Schweden aufschreibe, lauten: Nähe, Ehrlichkeit, Vertrauen. Mir wird durch das Aufschreiben neu bewusst: Gott sucht das Mit-mir.

Lange habe ich gedacht, Gott will von mir. Er will eine Missionarin, die sich bis zum Umfallen an andere verschenkt. Er will eine fröhliche Nichtgrüblerin, eine gemeinschaftsliebende Unterhalterin, eine brennende, starke Stephanie. Nur bin ich das nicht.

Nähe, Ehrlichkeit, Vertrauen. Was wäre, wenn es Gott darum ginge? Um das Mit-mir. Zugleich frage ich mich: Wenn Gott sich das wünscht, warum mache ich es mir dann oft so schwer? Warum lege ich mir Lasten auf, die mir Gott gar nicht aufbürdet?

Nähe, Ehrlichkeit, Vertrauen. Die Liste befreit mich von Ansprüchen, die ich mit mir herumschleppe. Sie befreit mich von der Annahme, dass ich mich für Gott verausgaben müsste. Dass ich nichts zähle. Dass ich nur für ihn und sein Werk da bin. Dafür müsste ich mich und meine Bedürfnisse doch bitte hintanstellen.

Ich spüre, noch ist diese Liste, die ich gerade geschrieben habe, nicht ganz in meiner Realität gelandet. Herr, schreib sie mir ins Herz!

Zum Bibelvers: Johannes 10,10

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