
17. Jan. 2026 23:01Matthias Müller
Andacht 18.01.2026
Gedanken zum Thema: Glauben
Ob Martha in der Küche zunächst etwas lauter mit dem Geschirr geklappert hat, immer in der Hoffnung, dass Maria von alleine darauf kommt, ihr bei der Bewirtung des hohen Gastes und seiner Jünger zu helfen?
Martha kommt in der Geschichte scheinbar schlecht weg, obwohl sie diejenige ist, die Jesus ins Haus eingeladen hat. Jesus nimmt mit seiner Reaktion die Abstufung selbst vor: „Das bessere Teil hat Maria sich ausgesucht.“ Mancher hat eben eine praktische Ader. Hat Jesus etwas dagegen? Was wären wir ohne Leute, die die sprichwörtlichen Ärmel hochkrempeln, mit schnellem Blick erfassen, was zu tun ist, und es tun? Martha zeigt ihre Wertschätzung für den Rabbi und seine Jünger, indem sie sie versorgt.
Als später die Situation auf die Auferweckung von Lazarus zuläuft – keine(r) der Beteiligten ahnt es außer Jesus –, ist Martha wieder die Frau mit dem Sinn fürs Praktische: Sie weist Jesus darauf hin, dass der Leichnam ihres Bruders schon in Verwesung übergegangen ist und man wegen des Geruchs das Grab lieber nicht öffnen sollte. Aber auch Praktiker können einen Sinn für tiefe Glaubensinhalte haben. So ist der Bericht über das Gespräch, das Jesus mit Martha vor der Aufweckung des Lazarus führt, länger als der Bericht über das Treffen mit Maria und bietet mehr Inhalt. Bemerkenswert ist auch, dass hier eine Frau öffentlich das Messias-Sein von Jesus ausdrücklich benennt. Was die Frau am Jakobsbrunnen nur als Frage an ihre Nachbarn formuliert, steht für Martha fest: „Du bist der Christus.“
Unterschätzen wir den Sinn für geistliche Tiefe bei praktisch veranlagten Menschen nicht! Martha hat in der Küche genug von dem mitbekommen, was Jesus im Wohnzimmer vermittelt. Jetzt erweist sie sich als jemand mit festem Glauben an die Auferstehung. Auch wenn sie nicht damit rechnet, dass sie schon in den nächsten Momenten geschieht. Aber der Glaube gibt ihr eine feste Zuversicht auf Gottes Handeln in der Zukunft. Als Jesus aufforderte, dem auferweckten Lazarus die Binden abzunehmen, damit er sich bewegen konnte, könnte Martha zu den ersten gehört haben, die tatkräftig zufassten. Solche Menschen werden gebraucht. Wie gut, dass wir alle verschieden sind. Jeder kann zum Guten beitragen. „Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe, das sind Worte und Taten“ (ghs 435).
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Glauben
Ob Martha in der Küche zunächst etwas lauter mit dem Geschirr geklappert hat, immer in der Hoffnung, dass Maria von alleine darauf kommt, ihr bei der Bewirtung des hohen Gastes und seiner Jünger zu helfen?
Martha kommt in der Geschichte scheinbar schlecht weg, obwohl sie diejenige ist, die Jesus ins Haus eingeladen hat. Jesus nimmt mit seiner Reaktion die Abstufung selbst vor: „Das bessere Teil hat Maria sich ausgesucht.“ Mancher hat eben eine praktische Ader. Hat Jesus etwas dagegen? Was wären wir ohne Leute, die die sprichwörtlichen Ärmel hochkrempeln, mit schnellem Blick erfassen, was zu tun ist, und es tun? Martha zeigt ihre Wertschätzung für den Rabbi und seine Jünger, indem sie sie versorgt.
Als später die Situation auf die Auferweckung von Lazarus zuläuft – keine(r) der Beteiligten ahnt es außer Jesus –, ist Martha wieder die Frau mit dem Sinn fürs Praktische: Sie weist Jesus darauf hin, dass der Leichnam ihres Bruders schon in Verwesung übergegangen ist und man wegen des Geruchs das Grab lieber nicht öffnen sollte. Aber auch Praktiker können einen Sinn für tiefe Glaubensinhalte haben. So ist der Bericht über das Gespräch, das Jesus mit Martha vor der Aufweckung des Lazarus führt, länger als der Bericht über das Treffen mit Maria und bietet mehr Inhalt. Bemerkenswert ist auch, dass hier eine Frau öffentlich das Messias-Sein von Jesus ausdrücklich benennt. Was die Frau am Jakobsbrunnen nur als Frage an ihre Nachbarn formuliert, steht für Martha fest: „Du bist der Christus.“
Unterschätzen wir den Sinn für geistliche Tiefe bei praktisch veranlagten Menschen nicht! Martha hat in der Küche genug von dem mitbekommen, was Jesus im Wohnzimmer vermittelt. Jetzt erweist sie sich als jemand mit festem Glauben an die Auferstehung. Auch wenn sie nicht damit rechnet, dass sie schon in den nächsten Momenten geschieht. Aber der Glaube gibt ihr eine feste Zuversicht auf Gottes Handeln in der Zukunft. Als Jesus aufforderte, dem auferweckten Lazarus die Binden abzunehmen, damit er sich bewegen konnte, könnte Martha zu den ersten gehört haben, die tatkräftig zufassten. Solche Menschen werden gebraucht. Wie gut, dass wir alle verschieden sind. Jeder kann zum Guten beitragen. „Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe, das sind Worte und Taten“ (ghs 435).
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