Andacht 23.06.2026
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Bibel
Glauben

22. Juni 2026 22:01Nicole Günther

Andacht 23.06.2026

Gedanken zum Thema: Wille

Jesus legt uns im Vaterunser diese Worte in den Mund. Sofort drängt sich mir die Frage auf, was denn Gottes Wille ist. Was soll ich tun oder lassen? Gottes guter Wille offenbart sich in den Geboten, der Bergpredigt, durch den Heiligen Geist, durch die Macht des Gebets und in der Bibel. So steht in Micha 6,8: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und ­Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Und Matthäus 7,12 erklärt: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (EB). Gott liebt es, wenn wir Gutes tun. Die Bitte „Dein ­Wille geschehe“ meint also, dass Gott uns dazu befähigen möchte, das Gute umzusetzen – im Leben unserer Mitmenschen und in der Gesellschaft.

Bei „Dein Wille geschehe“ geht es aber auch um mich ganz persönlich. Neben dem Blick nach außen sollte der Blick auch auf mich selbst gerichtet sein. Ich bete: „Dein und nicht mein Wille geschehe.“

Genau das macht diese kleine Bitte so schwer. Schließlich habe ich doch Ziele, die ich erreichen möchte. Ich habe Wünsche, um deren Erfüllung ich bitte. Meist ist es mein Wille, der mich ganz ausfüllt. In diesem demütigen Gebet wird unsere Aufmerksamkeit von uns selbst weggelenkt hin zu Gott, dem Schöpfer und Erhalter, an den wir uns wenden. Jesus selbst betete am Abend seiner Festnahme im Garten Gethsemane innig, dass ihm der bittere Kelch des Leidens erspart bleiben möge. Das war sein Wunsch, doch er fügte hinzu: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lk 22,42). Im Wortlaut dieser Einverständniserklärung klingt an, wie schwer dieser Moment für Jesus war. Er selbst lernte, sich voll und ganz in den Willen Gottes zu geben.

Aber kann man überhaupt noch um etwas bitten, wenn am Ende immer steht: Nicht mein Wille geschehe, sondern deiner? Jesus ermuntert uns dazu, ganz unbefangen mit Gott darüber zu sprechen.

„Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ Wer diese gewaltige Bitte verinnerlicht, dem fehlt es nicht an Lebensperspektive, nein, er lässt sich vertrauensvoll in Gottes Willen fallen. Er gibt sich ganz auf, um dadurch heil und neu zu werden. Herr, lass deinen Willen auf Erden geschehen, wie er im Himmel geschieht. Er geschehe an mir und durch mich.

Zum Bibelvers: Matthäus 6,10

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