
23. Dez. 2023 23:01Thomas Lobitz
Andacht 24.12.2023
Gedanken zum Thema: Evangelium
Heiligabend 1914 hĂ€tte der Erste Weltkrieg bereits geendet, wenn es nach den Soldaten auf beiden Seiten der Front nahe des Dorfes La Chapelle-dâArmentiĂšres (bei Lille, Frankreich) gegangen wĂ€re. Gegen 19:30 Uhr erblickte Albert Moren vom britischen Queens-Regiment auf der deutschen Seite Laternen, Fackeln und WeihnachtsbĂ€ume. Dann sangen die deutschen Soldaten das Lied âStille Nachtâ. Die Briten antworteten mit âThe First Noelâ, bekamen Applaus von den Deutschen und hörten dann âO Tannenbaumâ. Gemeinschaftlich sangen beide Truppen âAdeste fidelesâ (âHerbei, o ihr GlĂ€ubâgenâ) auf Latein. Ein schottisches Regiment nördlich des belgischen Dorfes Ploegsteert ging noch weiter. Sie trafen sich mit deutschen Soldaten zwischen den SchĂŒtzengrĂ€ben, tauschten Schokolade, Tee, Sauerkraut und Pudding aus und gaben sich die HĂ€nde. Am ersten Weihnachtstag verkleideten sie sich, machten Gruppenfotos und spielten FuĂball. Abends gab es vielerorts ein gemeinsames Festmahl. Insgesamt legten ĂŒber 100.000 Soldaten an Weihnachten 1914 die Waffen nieder.
Dieses Erlebnis bezeugt, dass die Kraft des Evangeliums, das in der Weihnachtsbotschaft zum Ausdruck kommt, viel stĂ€rker ist als die Kriegspropaganda, mit der die Soldaten auf den Kampf vorbereitet wurden. Wo sich Menschen dem Geist Gottes öffnen, kehrt Frieden ein. Sein Wirken ist mĂ€chtiger als jedes Feindbild. Friede auf Erden kann wirklich entstehen, wenn die Evangeliumsbotschaft in die Herzen dringt und uns zu âMenschen seines Wohlgefallensâ macht.
Leider ging das Töten kurz danach weiter. Weihnachten ist ein guter Anfang, aber noch nicht das vollstÀndige Evangelium. Wenn Christus in unserem Leben nachhaltig wirken soll, sollten wir nicht beim Kind in der Krippe stehen bleiben, sondern sein weiteres Leben, sein Sterben, seine Auferstehung und Himmelfahrt und seine Wiederkunft ansehen. Das ganze Evangelium hat die Kraft, Menschen zu verÀndern. Weihnachten ist ein guter Anlass, um damit zu beginnen.
Zum Bibelvers: Lukas 2,11 und 13â14
© Advent-Verlag LĂŒneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Evangelium
Heiligabend 1914 hĂ€tte der Erste Weltkrieg bereits geendet, wenn es nach den Soldaten auf beiden Seiten der Front nahe des Dorfes La Chapelle-dâArmentiĂšres (bei Lille, Frankreich) gegangen wĂ€re. Gegen 19:30 Uhr erblickte Albert Moren vom britischen Queens-Regiment auf der deutschen Seite Laternen, Fackeln und WeihnachtsbĂ€ume. Dann sangen die deutschen Soldaten das Lied âStille Nachtâ. Die Briten antworteten mit âThe First Noelâ, bekamen Applaus von den Deutschen und hörten dann âO Tannenbaumâ. Gemeinschaftlich sangen beide Truppen âAdeste fidelesâ (âHerbei, o ihr GlĂ€ubâgenâ) auf Latein. Ein schottisches Regiment nördlich des belgischen Dorfes Ploegsteert ging noch weiter. Sie trafen sich mit deutschen Soldaten zwischen den SchĂŒtzengrĂ€ben, tauschten Schokolade, Tee, Sauerkraut und Pudding aus und gaben sich die HĂ€nde. Am ersten Weihnachtstag verkleideten sie sich, machten Gruppenfotos und spielten FuĂball. Abends gab es vielerorts ein gemeinsames Festmahl. Insgesamt legten ĂŒber 100.000 Soldaten an Weihnachten 1914 die Waffen nieder.
Dieses Erlebnis bezeugt, dass die Kraft des Evangeliums, das in der Weihnachtsbotschaft zum Ausdruck kommt, viel stĂ€rker ist als die Kriegspropaganda, mit der die Soldaten auf den Kampf vorbereitet wurden. Wo sich Menschen dem Geist Gottes öffnen, kehrt Frieden ein. Sein Wirken ist mĂ€chtiger als jedes Feindbild. Friede auf Erden kann wirklich entstehen, wenn die Evangeliumsbotschaft in die Herzen dringt und uns zu âMenschen seines Wohlgefallensâ macht.
Leider ging das Töten kurz danach weiter. Weihnachten ist ein guter Anfang, aber noch nicht das vollstÀndige Evangelium. Wenn Christus in unserem Leben nachhaltig wirken soll, sollten wir nicht beim Kind in der Krippe stehen bleiben, sondern sein weiteres Leben, sein Sterben, seine Auferstehung und Himmelfahrt und seine Wiederkunft ansehen. Das ganze Evangelium hat die Kraft, Menschen zu verÀndern. Weihnachten ist ein guter Anlass, um damit zu beginnen.
Zum Bibelvers: Lukas 2,11 und 13â14
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