Andacht 28.06.2026
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27. Juni 2026 22:01Holger Teubert

Andacht 28.06.2026

Gedanken zum Thema: Gastfreundschaft

In einer Pressemitteilung sah ich das Foto eines Schildes mit der Aufschrift „Betreten der Kirche verboten!“. Das Schild befand sich an der Eingangstür der Philippuskirche in Frankfurt am Main. Was ist denn hier passiert?, dachte ich. Schon in den Psalmen freute sich David über die „schönen Gottesdienste“, und in der Apostelgeschichte wird berichtet, dass sich die frühen Christen gern versammelten, um zu beten, Abendmahl zu feiern und Gottes Wort zu hören. Warum verweigerte also ausgerechnet eine Kirchengemeinde den Menschen den Gottesdienstbesuch? Ende 2023 war das Dach der Elisabethkirche in Kassel eingebrochen. Man vermutete, dass der Leim der Holzdachkonstruktion altersbedingt nachgegeben hatte. So wurden ähnlich konstruierte Gebäude – unter anderem die Frankfurter Philippuskirche – überprüft und vorsorglich gesperrt. Kein Gottesdienst wegen Einsturzgefahr!

Doch auch christliche Gemeinden mit einem ­intakten Dach können Menschen aussperren. Das ­beginnt schon am Eingang. Gottesdienstbesucher, die sich kennen, begrüßen sich herzlich. Besucher werden hingegen oft ignoriert. Niemand begrüßt sie. Auch ich habe das schon erlebt. So ging ich in einen Gottesdienstraum und setzte mich auf einen freien Platz. Kurz vor dem Gottesdienst stand plötzlich ein älterer Mann vor mir und bat mich, „seinen“ Sitzplatz freizugeben. Auch nach dem Gottesdienst sprach mich niemand an, sodass ich zurück in mein Hotel ging. Es kommt einem so vor, als möchten manche Gemeinden lieber unter sich bleiben. Schon die frühen Christen schienen dieses Problem zu haben. Nicht ohne Grund erinnert der Hebräerbrief: „Gastfrei zu sein vergesst nicht“ (Hbr 13,2).

Dass es auch anders geht, erlebte ich in einer ­Gemeinde in Norddeutschland. Gleich am Eingang wurde ich herzlich begrüßt. Ich wurde in den Gemeindesaal geführt und sollte mir einen freien Platz aussuchen. Man gab mir auch ein Liederbuch. Nach dem Gottesdienst wurde ich zum gemeinsamen Mittag­essen eingeladen. Ich fühlte mich dazugehörig und angenommen. So wird gelebte Gastfreundschaft zum Segen – nicht nur für mich.

Zum Bibelvers: Psalm 27,4

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