
30. Apr. 2026 22:01Sylvia Renz
Andacht 01.05.2026
Gedanken zum Thema: Vertrauen
Am 1. Mai 2023 wollte eine Mutter mit ihren vier Kindern zu ihrem Mann nach Bogotá fliegen. Doch das kleine Flugzeug stürzte über dem kolumbianischen Urwald ab. Nur die Kinder überlebten, und schon das war ein Wunder! Lesley, die dreizehnjährige Tochter, übernahm die Führung und kümmerte sich um ihre drei kleinen Geschwister (neun, vier und ein Jahr alt). Sie versorgte sie mit Mangos, wilden Maracujas und anderen essbaren Früchten. Da die Familie zum indigenen Volk der Witoto gehörte, die im Regenwald leben, wusste Lesley, wie sie sich vor giftigen Pflanzen, Insekten und hungrigen Raubtieren schützen konnten. Ab und zu trafen die Kinder andere Witotos, die ihnen Wasser und Essen gaben. Hin und wieder fand Lesley auch Lebensmittelpakete, die von Hubschraubern abgeworfen wurden. Immer wieder spielten die Suchtrupps per Lautsprecher eine Botschaft der Großmutter ab: „Lesley, hör auf mich. Bleibt, wo ihr seid, damit man euch findet.“ Endlich, am 10. Juni 2023, stießen Soldaten auf die vier Kinder. Sie hatten vierzig Tage im Regenwald überlebt, weil sie auf ihre ältere Schwester gehört hatten und weil die Witotos ihr Misstrauen gegenüber den Soldaten abgelegt und mit ihnen zusammengearbeitet hatten. Aus der Operation Hoffnung war die Operation Frieden geworden.
Gutes Teamwork setzt voraus, dass wir dem guten Willen und der Kompetenz anderer vertrauen. Dann können wir nicht nur in der Familie, sondern auch in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz und in der Kirchengemeinde zusammenarbeiten. Um ein Team zu werden, müssen wir bereit sein, einander zuzuhören. Ich habe festgestellt, dass mir das Zuhören leichter fällt, wenn ich meine eigene Agenda beiseiteschiebe. Das Gleiche gilt für die Illusion, ich wüsste ohnehin alles besser als andere. Und auch den Zweifel, der andere könnte mich vielleicht über den Tisch ziehen, muss ich ablegen. Freilich dürfen wir nicht jedem blind vertrauen, aber ein kleiner Vertrauenskredit hat noch nie geschadet. Und wer vertrauensvoll mit seinen Mitmenschen umgeht, der erlebt so manche positive Überraschung!
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Vertrauen
Am 1. Mai 2023 wollte eine Mutter mit ihren vier Kindern zu ihrem Mann nach Bogotá fliegen. Doch das kleine Flugzeug stürzte über dem kolumbianischen Urwald ab. Nur die Kinder überlebten, und schon das war ein Wunder! Lesley, die dreizehnjährige Tochter, übernahm die Führung und kümmerte sich um ihre drei kleinen Geschwister (neun, vier und ein Jahr alt). Sie versorgte sie mit Mangos, wilden Maracujas und anderen essbaren Früchten. Da die Familie zum indigenen Volk der Witoto gehörte, die im Regenwald leben, wusste Lesley, wie sie sich vor giftigen Pflanzen, Insekten und hungrigen Raubtieren schützen konnten. Ab und zu trafen die Kinder andere Witotos, die ihnen Wasser und Essen gaben. Hin und wieder fand Lesley auch Lebensmittelpakete, die von Hubschraubern abgeworfen wurden. Immer wieder spielten die Suchtrupps per Lautsprecher eine Botschaft der Großmutter ab: „Lesley, hör auf mich. Bleibt, wo ihr seid, damit man euch findet.“ Endlich, am 10. Juni 2023, stießen Soldaten auf die vier Kinder. Sie hatten vierzig Tage im Regenwald überlebt, weil sie auf ihre ältere Schwester gehört hatten und weil die Witotos ihr Misstrauen gegenüber den Soldaten abgelegt und mit ihnen zusammengearbeitet hatten. Aus der Operation Hoffnung war die Operation Frieden geworden.
Gutes Teamwork setzt voraus, dass wir dem guten Willen und der Kompetenz anderer vertrauen. Dann können wir nicht nur in der Familie, sondern auch in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz und in der Kirchengemeinde zusammenarbeiten. Um ein Team zu werden, müssen wir bereit sein, einander zuzuhören. Ich habe festgestellt, dass mir das Zuhören leichter fällt, wenn ich meine eigene Agenda beiseiteschiebe. Das Gleiche gilt für die Illusion, ich wüsste ohnehin alles besser als andere. Und auch den Zweifel, der andere könnte mich vielleicht über den Tisch ziehen, muss ich ablegen. Freilich dürfen wir nicht jedem blind vertrauen, aber ein kleiner Vertrauenskredit hat noch nie geschadet. Und wer vertrauensvoll mit seinen Mitmenschen umgeht, der erlebt so manche positive Überraschung!
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