
28. Apr. 2026 22:01Werner Lange
Andacht 29.04.2026
Gedanken zum Thema: Herrscher
Dieser Text gehört zu einer der merkwürdigsten Begebenheiten der Bibel. Zu ihr gibt es weder vorher noch nachher eine Parallele, aber sie enthält eine tiefe geistliche Wahrheit, die höchst bedeutsam ist.
Jakob hatte seinen Zwillingsbruder Esau mit einer List um das Erstgeburtsrecht betrogen, was sich in seinem Namen widerspiegelt: Jakob kann auf Hebräisch als „der Betrüger“ gedeutet werden (1 Mo 27,36, „betrogen“ = hebr. jaakebeni; Anm. EB). Jakob war daraufhin zu seinen Verwandten nach Haran geflohen, wo er Rahel und Lea heiratete und durch List große Viehherden gewann (vgl. 1 Mo 30,25–45).
Nach Konflikten mit seinem Schwiegervater Laban wollte er in seine Heimat zurückkehren, fürchtete aber die Begegnung mit Esau. Als er Frauen und Kinder über den Fluss Jabbok gebracht hatte, blieb er allein zurück. Plötzlich erschien ein Mann, den Jakob wohl für einen Feind hielt. Sie rangen die ganze Nacht hindurch, bis der Mann Jakob auf dessen Hüftgelenk schlug, sodass es ausgerenkt wurde. Daran erkannte Jakob die übermenschliche Natur seines scheinbaren Gegners. Als der gehen wollte, sagte Jakob: „Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!“ (1 Mo 32,27 GNB). Daraufhin fragte der Mann nach Jakobs Namen. Ihn zu nennen kam für ihn einem Sündenbekenntnis gleich. Daraufhin folgte die zu Beginn zitierte Aussage, und Jakob wurde gesegnet (vgl. V. 30).
Der Name Israel wird meist mit „Gotteskämpfer“ übersetzt, doch das zugrundeliegende Verb sarah kann auch „herrschen“ bedeuten, sodass der Name für „Gott herrscht“ (so der Adventistische Bibelkommentar) stehen würde. Wenn Gott in unserem Leben herrscht, quasi die Regie führen darf, kann er uns segnen. Dies setzt voraus, dass wir uns vor Gott als Sünder bekennen und aufhören, gegen ihn zu kämpfen. Denn Jakob errang keinen Sieg über Gott durch Kampf, sondern er wurde von Gott zum Sieger erklärt, als er sich hilflos an ihn klammerte und sich ihm ergab. Zur Erinnerung an diese geistliche Erfahrung erhielt Jakob seinen neuen Namen und behielt seine Hüftverletzung (vgl. V. 32–33).
Mögen wir uns täglich daran erinnern, dass die Grundlage unserer Beziehung zu Gott unsere Hingabe an ihn ist – und in diesem Sinne leben.
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Herrscher
Dieser Text gehört zu einer der merkwürdigsten Begebenheiten der Bibel. Zu ihr gibt es weder vorher noch nachher eine Parallele, aber sie enthält eine tiefe geistliche Wahrheit, die höchst bedeutsam ist.
Jakob hatte seinen Zwillingsbruder Esau mit einer List um das Erstgeburtsrecht betrogen, was sich in seinem Namen widerspiegelt: Jakob kann auf Hebräisch als „der Betrüger“ gedeutet werden (1 Mo 27,36, „betrogen“ = hebr. jaakebeni; Anm. EB). Jakob war daraufhin zu seinen Verwandten nach Haran geflohen, wo er Rahel und Lea heiratete und durch List große Viehherden gewann (vgl. 1 Mo 30,25–45).
Nach Konflikten mit seinem Schwiegervater Laban wollte er in seine Heimat zurückkehren, fürchtete aber die Begegnung mit Esau. Als er Frauen und Kinder über den Fluss Jabbok gebracht hatte, blieb er allein zurück. Plötzlich erschien ein Mann, den Jakob wohl für einen Feind hielt. Sie rangen die ganze Nacht hindurch, bis der Mann Jakob auf dessen Hüftgelenk schlug, sodass es ausgerenkt wurde. Daran erkannte Jakob die übermenschliche Natur seines scheinbaren Gegners. Als der gehen wollte, sagte Jakob: „Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest!“ (1 Mo 32,27 GNB). Daraufhin fragte der Mann nach Jakobs Namen. Ihn zu nennen kam für ihn einem Sündenbekenntnis gleich. Daraufhin folgte die zu Beginn zitierte Aussage, und Jakob wurde gesegnet (vgl. V. 30).
Der Name Israel wird meist mit „Gotteskämpfer“ übersetzt, doch das zugrundeliegende Verb sarah kann auch „herrschen“ bedeuten, sodass der Name für „Gott herrscht“ (so der Adventistische Bibelkommentar) stehen würde. Wenn Gott in unserem Leben herrscht, quasi die Regie führen darf, kann er uns segnen. Dies setzt voraus, dass wir uns vor Gott als Sünder bekennen und aufhören, gegen ihn zu kämpfen. Denn Jakob errang keinen Sieg über Gott durch Kampf, sondern er wurde von Gott zum Sieger erklärt, als er sich hilflos an ihn klammerte und sich ihm ergab. Zur Erinnerung an diese geistliche Erfahrung erhielt Jakob seinen neuen Namen und behielt seine Hüftverletzung (vgl. V. 32–33).
Mögen wir uns täglich daran erinnern, dass die Grundlage unserer Beziehung zu Gott unsere Hingabe an ihn ist – und in diesem Sinne leben.
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