Andacht 01.09.2026
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Bibel
Glauben

31. Aug. 2026 22:01Nicole Günther

Andacht 01.09.2026

Gedanken zum Thema: Vergebung

Schuld und entschuldigen sind Worte, die uns ständig begegnen. Doch was bedeutet es, sich zu entschuldigen? Es heißt, von etwas entlastet zu werden. In Matthäus 18,21–35 erzählt Jesus das Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner und erklärt, wie Gott uns vergibt. Ein barmherziger Herr erlässt seinem Knecht Schulden in Höhe von 10.000 Silberlingen. Diesem Knecht schuldet sein Mitknecht nur 100 Silberlinge. Trotz der erhaltenen Gnade würgt der Knecht seinen Schuldner und lässt ihn ins Gefängnis werfen, bis er seine Schulden bezahlt hat. Der barmherzige Herr erfährt davon und reagiert sofort: „Und voller Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er ihm alles zurückgezahlt hätte, was er ihm schuldig war. So wird auch mein Vater im Himmel jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von Herzen vergibt“ (V. 34–35 NGÜ).

Vergebung von Gott funktioniert nicht, wenn man selbst nicht bereit ist, anderen zu vergeben. Vergebung wirkt heilend – für den, der seine Schuld vergeben bekommt, und für den Vergebenden. Wie eine offene Wunde zur Heilung versorgt werden muss, so brauchen Menschen Vergebung, damit Schuld ausheilen kann. Wenn ich nicht vergeben kann, lebe ich täglich mit dieser Last und den quälenden Gedanken an die offene Rechnung. Die Schuld wühlt mich immer wieder auf und belastet mich und mein Leben. Ich bleibe in meiner Unversöhnlichkeit gefangen, bin unfrei. Anselm Grün sagte: „In der Vergebung befreie ich mich selbst von der negativen Energie, die durch die Verletzung noch in mir ist.“ Darum vergebe ich um meiner selbst und um des anderen willen. Vergebung ist Gottes größtes Geschenk und er wünscht sich, dass auch wir einander damit beschenken.

Praktische Vergebung ist ein Prozess, der bewusstes Handeln erfordert. Die Bitte um Vergebung im Vaterunser lädt dazu ein, einen überlegten Weg der Vergebung zu beschreiten, der meine persönliche und auch die gemeinschaftliche Heilung fördert und so aktiv an der Gestaltung positiver zwischenmenschlicher Beziehungen mitwirkt.

Indem ich Gott täglich um Vergebung meiner Schuld bitte, begebe ich mich in seine Abhängigkeit. Ich wende mich ihm aktiv mit dem Wunsch zu, mir seine Gnade und damit einen Neuanfang zu schenken. Danke für deine Vergebung, mein großer Gott.

Zum Bibelvers: Matthäus 6,12

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