Andacht 31.08.2026
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Bibel
Glauben

30. Aug. 2026 22:01Sylvia Renz

Andacht 31.08.2026

Gedanken zum Thema: Ungerechtigkeit

Mefi-Boschet sitzt am Tisch Davids. Als Jonatans Sohn gehört er in den Palast. Aber nicht alle Prinzen sind mit ihrer Stellung zufrieden. Absalom, der als nächster Thronfolger gehandelt wird, rebelliert gegen seinen Vater und stürzt das Land in einen Bürgerkrieg. David flieht mit seinen engsten Anhängern. Auch der gelähmte Mefi-Boschet will ihn begleiten und lässt einen Esel satteln. Doch sein Knecht und Verwalter Ziba bricht ohne ihn auf und verleumdet ihn bei David: „Er blieb in Jerusalem; denn er denkt: Heute wird mir das Haus Israel meines Vaters Königtum zurückgeben“ (2 Sam 16,3). Dieser Gedanke ist absurd! Absalom wird den hinkenden Mefi-Boschet bestimmt nicht auf den Thron heben. Warum glaubt David solchen Unsinn und überträgt dem verlogenen Ziba alles, was Saul gehört hat?

Schon wieder wird Mefi-Boschet ignoriert, beraubt und betrogen. Was macht das mit ihm? Wird er verbittert und grollt? Als David in seinen Palast zurückkehrt, findet er Mefi-Boschet in tiefer Trauer. Aber nicht aus Kummer über den Verlust seines Erbes. Ihm ist viel wichtiger, dass der verehrte David nun wieder auf seinen Thron zurückgekehrt ist. Als David erfährt, was passiert ist, befiehlt er: „Ihr beide teilt den Besitz.“ Und Mefi-Boschet wehrt sich nicht gegen diese neue Ungerechtigkeit. Er fordert nicht einmal die Bestrafung des Verleumders. Völlig gelassen sagt er: „Ich weiß, dass du wie ein Engel Gottes bist, deshalb tu, was du für richtig hältst“ (2 Sam 19,28 NLB).

So ein tiefes Vertrauen trotz der offensichtlich schlechten Behandlung macht mich sprachlos. Mefi-Boschet verzichtet auf sein Recht, weil ihm die Gemeinschaft mit David wichtiger ist. Er ist dankbar für die Gnade, die ihm erwiesen wird. Und ich? Rege ich mich auf, wenn man mich missachtet oder ungerecht beurteilt? Grolle ich anderen und bin traurig, weil man mich nicht genügend schätzt oder sogar ausnutzt? Oder sehne ich mich vor allem danach, dass mein geliebter König zurückkehrt und seine Herrschaft aufrichtet? Angesichts dieser Perspektive wird so manches unwichtig.

Zum Bibelvers: 2. Samuel 19,30–31

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