Andacht 02.09.2026
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Bibel
Glauben

1. Sep. 2026 22:01Nicole Spöhr

Andacht 02.09.2026

Gedanken zum Thema: Geist

„Du hast einfach zu viele Schubladen im Kopf offen“, attestiert mir ein guter Freund, dem ich grad von einem Problem und den möglichen Konsequenzen erzählt habe. „Was für Schubladen?!“ „Probleme, Fragen, Gedanken, die immer weitergesponnen werden – du hast hundert Schubladen offen und so kommen immer neue dazu. Ich habe eine offen und wenn sich eine neue öffnet, schließe ich die andere möglichst, sonst entsteht ja totales Chaos im Hirn.“ Ja, stimmt. Ich bin zwar Realistin und gehe die Dinge pragmatisch an, aber mein Kopf braucht keine Extraeinladung, um sich viele Eventualitäten rund um eine Sache auszumalen. Wer hat jetzt warum genau so reagiert und was bedeutet das zukünftig? So ist man vorbereitet, behält die Kontrolle, bleibt souverän, aber leider hat man auch immer mal wieder – um es mit den „drei Fragezeichen“ zu sagen – einen Haschimitenfürsten im Kopf.

Deshalb spricht mich dieser Psalmvers sehr an, in dem es konkret um den Geist, die Psyche geht. „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Genau das ist es, was in diesen Situationen hilft, und das stelle ich mir ganz bildlich vor, diesem irre schnellen Riesenrad über meinem Kopf zu sagen: So, jetzt reicht’s. Gott, übernimm du dieses Ding. Und wenn man insgeheim trotzig überzeugt ist, diese Schubladen hätten auch ihre Berechtigung, dann braucht es den ausgesprochenen Befehl, wirklich loszulassen.

David kann im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied davon singen. Ein regelrechter Gefühlssturm, dieser Psalm 31. Hier bringt er alles vor Gott, was er durchgemacht hat, was er befürchtet, was er sich wünscht. Er jammert und bedauert, er ist wütend und hat Angst, aber er ist auch hoffnungsvoll und zuversichtlich. Immer wieder brechen sich die positiven Erfahrungen, die David mit Gott gemacht hat, Bahn, so wie Sonnenstrahlen durch eine dichte Wolkendecke. „Du hast mich erlöst, du treuer Gott“, an diesem Grundsatz besteht für David kein Zweifel, daran hält er sich in all dem Tohuwabohu fest.

Mir hat die christliche Smartphone-App „Lebensliturgien“ geholfen, mir ein paar Mal in der Woche morgens kurz Zeit zu nehmen, um mich auf Gott zu fokussieren, bewusst zu danken, für andere zu beten und psychischen Ballast loszuwerden.

Welche Methoden auch immer am besten für dich geeignet sind, du darfst wissen und erleben, bei Gott findet deine aufgeregte Seele zur Ruhe.

Zum Bibelvers: Psalm 31,6

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