
6. Juni 2026 22:01Rolf Pöhler
Andacht 07.06.2026
Gedanken zum Thema: Herrlichkeit
Im Vaterunser bittet die Gemeinde der Jesusjünger Gott darum, seinen eigenen Namen zu heiligen, das heißt, ihn vor allen Menschen groß zu machen. Wie macht er das? Die Bibel nennt zwei herausragende Beispiele.
Im Alten Bund holte Gott sein Volk aus dem Exil zurück und beseitigte die Schmach, die das Ende der nationalen Größe und Unabhängigkeit Israels mit sich brachte. Dadurch war Gottes Name vor den Völkern in Unehre geraten, denn ein Gott, der sein eigenes Volk nicht retten kann, verdient keine Ehre.
Vor seiner Passion bat Jesus den Vater: „Verherrliche deinen Namen!“ Der Bezug zum Kreuz zeigt, worin Gottes Selbstverherrlichung bestand: in der Erlösung der Menschheit durch den Tod Jesu. „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). Dass Jesus sein Leben für die Menschen hingab, ist seine Verherrlichung: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm“ (Joh 13,31).
Woran denkt die Gemeinde Jesu, wenn sie im Vaterunser Gott bittet, seinen Namen zu heiligen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu finden, sie steht in der nächsten Bitte: „Dein Reich komme.“
Bereits Johannes der Täufer hatte angekündigt, dass das Reich Gottes kommt. Jesus verstärkte diese Botschaft: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lk 17,21) – ein Hinweis auf sein messianisches Wirken. Doch damit hatte Gottes Herrschaft in der Welt erst begonnen, ihre Vollendung stand und steht noch aus. Darum betet die Gemeinde: „Dein Reich komme.“
Diese Bitte blickt nicht auf das, was wir selbst zum Wachstum des Reiches Gottes – genauer seiner „Königsherrschaft“ – beitragen können. Die Imperativform „Dein Reich komme“ hat Gott vor Augen und bedeutet im Klartext: „Komm und richte deine Herrschaft auf!“ Damit ist die Aufmerksamkeit der Beter auf das Wirken Gottes in der Welt und die noch ausstehende Vollendung beim Kommen des Herrn ausgerichtet.
Wie die Jünger damals warten auch heute viele Christen darauf, dass Gott seinen Namen groß macht, indem er sein Reich vollendet. In diesem Sinne beten wir: „Vater unser im Himmel! Heilige deinen Namen. Richte dein Reich auf …“
Zum Bibelvers: Matthäus 6,9–10
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)
Gedanken zum Thema: Herrlichkeit
Im Vaterunser bittet die Gemeinde der Jesusjünger Gott darum, seinen eigenen Namen zu heiligen, das heißt, ihn vor allen Menschen groß zu machen. Wie macht er das? Die Bibel nennt zwei herausragende Beispiele.
Im Alten Bund holte Gott sein Volk aus dem Exil zurück und beseitigte die Schmach, die das Ende der nationalen Größe und Unabhängigkeit Israels mit sich brachte. Dadurch war Gottes Name vor den Völkern in Unehre geraten, denn ein Gott, der sein eigenes Volk nicht retten kann, verdient keine Ehre.
Vor seiner Passion bat Jesus den Vater: „Verherrliche deinen Namen!“ Der Bezug zum Kreuz zeigt, worin Gottes Selbstverherrlichung bestand: in der Erlösung der Menschheit durch den Tod Jesu. „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). Dass Jesus sein Leben für die Menschen hingab, ist seine Verherrlichung: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm“ (Joh 13,31).
Woran denkt die Gemeinde Jesu, wenn sie im Vaterunser Gott bittet, seinen Namen zu heiligen? Die Antwort darauf ist nicht schwer zu finden, sie steht in der nächsten Bitte: „Dein Reich komme.“
Bereits Johannes der Täufer hatte angekündigt, dass das Reich Gottes kommt. Jesus verstärkte diese Botschaft: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lk 17,21) – ein Hinweis auf sein messianisches Wirken. Doch damit hatte Gottes Herrschaft in der Welt erst begonnen, ihre Vollendung stand und steht noch aus. Darum betet die Gemeinde: „Dein Reich komme.“
Diese Bitte blickt nicht auf das, was wir selbst zum Wachstum des Reiches Gottes – genauer seiner „Königsherrschaft“ – beitragen können. Die Imperativform „Dein Reich komme“ hat Gott vor Augen und bedeutet im Klartext: „Komm und richte deine Herrschaft auf!“ Damit ist die Aufmerksamkeit der Beter auf das Wirken Gottes in der Welt und die noch ausstehende Vollendung beim Kommen des Herrn ausgerichtet.
Wie die Jünger damals warten auch heute viele Christen darauf, dass Gott seinen Namen groß macht, indem er sein Reich vollendet. In diesem Sinne beten wir: „Vater unser im Himmel! Heilige deinen Namen. Richte dein Reich auf …“
Zum Bibelvers: Matthäus 6,9–10
© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)



