Andacht 10.04.2026
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Bibel
Glauben

9. Apr. 2026 22:01Werner Jelinek

Andacht 10.04.2026

Zum Bibelvers: Vakuum

Der Song „I can’t get no satisfaction“ („Ich finde keine Befriedigung“) war der erste große Erfolg der Rolling Stones. Der Text nennt die Erfahrung beim Namen, dass uns Konsum letztlich unbefriedigt zurücklässt. Das gilt auch für unseren Hunger nach Liebe, Anerkennung, Besitz oder Vergnügen.

In uns scheint eine gewisse Leere – eine Art ­Vakuum – zu existieren. Ein Vakuum ist nicht wählerisch. Es saugt an, was sich gerade in der Nähe herumtreibt. Wie ein Staubsauger, der alles reinzieht, was ihm vor die Düse kommt: jeden Abfall, aber auch Brauchbares; selbst Quark, würde man das Rohr in den Becher halten. Wie es im Inneren des Staubsaugers aussieht, will keiner wissen.

Nach Blaise Pascal steckt jedoch in jedem Menschen ein „gottförmiges Vakuum“. Das klingt außergewöhnlich. Und dieses besondere Vakuum ist sehr wählerisch. Es kann nicht durch Beliebiges ausgefüllt werden.

Ich überlege: Wenn ich Gott aus meinem Leben streichen sollte, was könnte diese entstandene Lücke füllen? Wer oder was könnte Lückenbüßer Gottes sein? Arbeit, Kultur, Urlaub? Könnte eine gesunde ­Mischung aus Anspannung und Entspannung helfen? Es bliebe trotzdem eine Leere.

Gerhard Schöne äußerte sich in einem seiner ­Lieder: „Ich hab Paris geseh’n, Venedig und Athen. Ich rase über Pisten mit anderen Touristen. Und wenn ich wiederkehre, bleibt dennoch eine Leere.“ Das gottförmige Vakuum kann nur Gott selbst füllen.

Da er die Ewigkeit in unser Herz gelegt hat, kann uns Vorläufiges letztlich nicht vollständig befriedigen. Augustinus formulierte: „Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ Die Ruhe in Gott darf allerdings nicht zu einer fröhlichen Gleichgültigkeit führen. Ich bete mit den Worten Gerhard Schönes: „Komm zu mir, Herr des Lebens, dass ich nicht leb vergebens, mach mich […] zu deinem Lebenszeichen.“

Zum Bibelvers: Prediger 3,11

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