Andacht 14.05.2026
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Bibel
Glauben

13. Mai 2026 22:01Siegfried Öhler

Andacht 14.05.2026

Gedanken zum Thema: Gemeinschaft

Es ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis, bei lieben Menschen einzukehren. Betanien zählte zu den Orten, an denen Jesus gern Rast einlegte. Hier wohnten seine Freunde Martha, Maria und Lazarus, deren Gastfreundschaft er dankbar annahm.

Kurz vor seiner Himmelfahrt führte Jesus seine Jünger bis nach Betanien, ungefähr eine halbe Stunde Fußweg von Jerusalem entfernt. Es war wohl die letzte Gelegenheit, um seine Freunde zu sehen und sich von ihnen zu verabschieden.

Betanien wurde ein Ort des Segens. Nicht nur, weil Jesus das Gute weitergab, sondern auch, weil er selbst beschenkt wurde. Auch ich denke dankbar an Situationen zurück, in denen mich Menschen in ihr Zuhause aufnahmen und ich durch die Begegnung gesegnet wurde.

In den Evangelien lesen wir öfter davon, dass Jesus bei Menschen zu Hause einkehrte. Es klingt nach ­Bedauern, wenn er an anderer Stelle sagt: „Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege“ (Mt 8,20). Die ganze Schöpfung hat ein Zuhause – nur er hatte keins auf dieser Erde.

Dieses Treffen im Haus seiner Freunde war nicht mit belanglosen Reden gefüllt, sondern von den ­Worten des Lebens, die aus seinem Munde kamen. Die Gemeinschaft mit ihm und den Freunden war in den Jahren gewachsen, deshalb teilte er mit ihnen Freud und Leid.

Und dann geschah an diesem Ort etwas Besonderes: Er hob seine Hände auf und segnete seine Jünger. Diese Hände hatten Menschen aufgerichtet. Es waren Hände, die den Blinden neues Augenlicht schenkten. Hände, die Kinder in den Arm nahmen und sie segneten. Dies alles geschah durch die Kraft seines himm­lischen Vaters.

Es war Jesus wichtig, seine Nachfolger unter die Führung des Vaters zu stellen und seinen Segen zu erbitten. Es sollte kein trauriger Abschied sein, sondern ein Moment der frohen und lebendigen Hoffnung. So wurde Betanien zu einem Ort, der auf ein ewiges ­Zuhause hinweist (vgl. Joh 14,1–3).

Noch leben wir hier in unserem Betanien. Deshalb wünsche ich uns, dass unser Zuhause zu einem Ort wird, an dem Menschen gern einkehren, sich wohlfühlen und Jesus kennenlernen können. Mögen wir dadurch gesegnet werden.

Zum Bibelvers: Lukas 24,50

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