Andacht 17.09.2026
Bildnachweis: Hans, Pixabay
Bibel
Glauben

16. Sep. 2026 22:01Gerhard Mellert

Andacht 17.09.2026

Gedanken zum Thema: sehen

Wie ergeht es wohl Blinden? Überleg mal: nie etwas sehen können, keine Farben, kein Meer, keine Berge, nichts, auch den Partner nicht. Mach mal für einen Moment die Augen zu. So – und das jetzt ein ganzes Leben lang. Ich war mal in einem Restaurant, in dem es kein Licht gab, es war absichtlich stockdunkel; die Bedienung war blind. Als Gast konnte man nichts sehen. Man tastete sich behutsam an einen Tisch, bestellte sein Getränk und der Kellner brachte es an den Tisch. Die Situation war schon etwas beklemmend. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Schlimmer als blind zu sein ist jedoch nicht sehen zu wollen. Wegsehen, also innerlich blind sein. Propheten wurden Seher genannt. Sie sahen Dinge, die andere nicht sehen konnten. In 2. Könige 6 lesen wir die Begebenheit von Elisa und seinem Diener. Das Volk Gottes wird belagert. „Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind! Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die Augen, und er sah“ (V. 16–17). Der Diener hatte mit menschlichen Augen gesehen, doch das Wesentliche war unsichtbar geblieben.

Es gibt Dinge, die sind da, obwohl wir sie nicht sehen. Jesus sagt: „Mit sehenden Augen sehen sie nicht.“ In Psalm 119,18 steht: „Öffne mir die Augen, dass ich sehe.“ Blindsein ist für den Sehenden schlimm. Die innere Blindheit ist schlimmer. Aber nicht sehen zu wollen ist das Schlimmste. Innerlich blind zu sein für das Gute, das wir erleben. Nicht alles nur vom Verstand her zu beurteilen. Schlimm ist es auch, blind zu sein für Jesus, für den Glauben.

Der Psalmschreiber sagt in Psalm 119,18: „Öffne mir die Augen, dass ich sehe.“ Das ist mein Wunsch für mich und dich.

Zum Bibelvers: Lukas 6,39

© Advent-Verlag Lüneburg mit freundlicher Genehmigung (der Link ist: http://www.advent-verlag.de)